Ich habe Hals- und Magenschmerzen. Nachts schlecht geschlafen. Ja, es geht wieder bergab, ich kann nicht sagen, warum. Keine Ahnung. Ich kann aber sehr wohl sagen, warum ich jetzt gerade besonders genervt bin, warum sich mir der Magen verkrampft. Ich bin wütend!
Warum lese ich Nachrichten und schaue Fernsehen? Ich erfahre, wie absurd die Menschen sich um mich herum verhalten, sei es im engsten Kreis oder auf dem gesamten Erdball. Wie dumm! Ich kann nichts dagegen unternehmen, ich kann nicht einmal etwas sagen, denn ich sitze hier allein. Schreien, brüllen, um sich schlagen, argumentieren, streiten, weinen – alles sinnlos.
Es ist da draußen. Du kannst nichts dagegen tun. Nicht jetzt. Dir sind die Hände gebunden. Denn der Bildschirm, durch den hindurch Du liest und schaust, ist undurchdringbar. Der Irrsinn, von denen Du erfährst, liegt vor Dir, und ist doch in Zeit und Raum so weit – zu weit – von Dir entfernt…
Dieses Gefühl, diese Hilflosigkeit! Diese Erinnerung an das dauernde Nichts-tun-können. Die Welt wird weiter ihrem Wahnsinn folgen, Du wirst nichts daran ändern.
Zurückgeworfen auf mich selbst bleiben mir nur Magenschmerzen und der Ausblick auf eine weitere schlaflose Nacht…
Nachtrag:
These cameras steal and lie
whatever they shoot.
You better blow them all up tonight.
And all these TV-Sets.
One thing is for sure.
You better blow them all up tonight.
Console, Surfin Atari, 2003