Stillstand

Heute Morgen schreibe ich noch von Bewegung, selbst trete ich aber auf der Stelle. In den letzten Gesprächen sah ich so klar wie lange nicht mehr meine Reise bis hierhin und den Weg, der noch vor mir liegt. Doch nun, da ich jeden Schritt vorgezeichnet sehe…

Es könnte so einfach sein: Schlafe zu festen Uhrzeiten. Mache Montag, Mittwoch und Freitag etwas Dauerlauf. Räume zwischendrin deine Wohnung auf, damit du dich wohlfühlst. Die Küche, damit es leichter ist, zu kochen – denn schließlich willst du auch noch regelmäßig Gesundes kochen. Ich sehe diese Schritte wohl, sie stehen in meinem Notizbuch. Aber…

Aber es ist anders als würde ich für einen Marathon trainieren: Das Ziel liegt nicht in 42,195 Kilometern Entfernung! Niemand kann mir sagen, wie weit ich werde laufen müssen. Deshalb wird dort auch erstmal niemand auf mich warten. Stattdessen spielt mir ein Schatten auf der Leinwand meiner Erfahrungen immer wieder das Trauerspiel meiner bisherigen vermeindlichen Sisyphosarbeit vor: War es nicht so, dass alles, was dich kurz vor Erreichen des Ziels als “Belohnung” erwartet hatte eine erneute Niederlage und ein weiteres Mal dieselbe Arbeit war?

Das Licht am Ende des Tunnels sieht man nicht, wenn man zu Boden blicken muss, um überhaupt voran zu kommen.

Mein Ziel ist ein kleines Stückchen Zufriedenheit, und alles, was ich vor mir sehe, ist Arbeiten, Selbstdisziplinierung, Verzicht.

Heute musste ich einen Tag ruhen. Vielleicht habe ich morgen die Kraft für den nächsten Schritt. Und dann immer so weiter…


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