Aug 10 2009

Eine Runde Aussetzen, bitte.

Ich muss mir eingestehen, dass ich dem heutigen Tag nicht ganz gewachsen war. Immer wieder leichter Schwindel gepaart mit Schlafentzug ist nicht die körperliche Verfassung, auf der ich den ersten Tag mal wieder alleine, also ohne direkten Kontakt mit Freunden oder meinem Vater, der vergangenen Freitag wieder nach Hause gefahren ist, wirklich gut vertrage.

Das dicke Antriebslosigkeit-Schwert schwingt bedrohlich über meinem Kopf, der prompt die meiste Zeit vor dem Bildschirm denn vor realen Problem verbracht hat. Jetzt ist sie wieder da, die Unsicherheit, was mein Befinden und mein Tun angeht: Doch nur Müdigkeit? Wirkung der ausgebliebenen Medikamente..? Das Wetter?!?

Ich erlaube mir einmal Aussetzen. Ein lausiger Tag darf sein. Darf nur nicht wieder zur Gewohnheit werden.


Aug 10 2009

“Ich-sollte-mehr-Sport-treiben”-ismus

Passenderweise an einem Tag, an dem man sich weigern will, überhaupt irgendeine Bewegung zu tätigen, da sie bei 21°C und gefühlten 200% Luftfeuchtigkeit zu den unangenehmsten Schweissausbrüchen führen, stoße ich auf eine sehr schöne Wortprägung, welche ich im Titel ins Deutsche zu übertragen versucht habe:

“I must go to the gym more often”-ism.

Das ist die treffendste Beschreibung einer Geisteshaltung, die mir selbst immer wieder zum Verhängnis wird. Der sprechendste Name für eine Pseudo-Einstellung, an der ich ganz privat kranke. Vermutlich aber auch die gesamte Gesellschaft. Ich rede jetzt mal nur von mir.

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Aug 10 2009

Im Halbschlaf in Hamburg

Typisch, dass ich erst über Internet-Suchmaschinen grüble, bevor ich über mich nachdenke – na ja, ich arbeite daran.

Nachdem ich gestern und vermutlich auch vorgestern vergessen hatte, mein neues Medikament einzunehmen (nachdem ich das alte ja bereits ausgeschlichen habe), hatte ich die wirrsten und klarsten Träume in der im Halbschlaf durchwachten vergangenen Nacht. Ich träumte, ich träume, wurde mir dessen bewusst und wollte aufwachen, um in einem Traum aufzuwachen, in dem ich geträumt hatte, dass ich träumen würde. Man merke also: Um bunte Farben zu sehen und wirre Visionen zu haben, kann es auch helfen, Drogen abzusetzen, statt sie einzuwerfen.

Ich sollte damit eigentlich nicht scherzen. Oder damit bzw. hiermit: Nach den Daten des Statistischen Bundesamts gab es 2006 fast doppelt so viele Todesfälle durch Vorsätzliche Selbstbeschädigung als durch Transportmittelunfälle.

Glücklicherweise geht es mir besser – trotz oder wegen abgesetzter oder vergessener Medikamente sei mal dahingestellt. Ich denke nur im politischen Interesse über dieses ernste Thema nach. Vielleicht, damit ich in meinen Anstrengungen nicht nachlasse. Damit ich aufwache aus dem Halbschlaf.