Okt 22 2009

Neal Pollack über seine Depressionen

Neal wer?!? Zugegeben, ich musste auch erst nachsehen, wer Neal Pollack ist, aber selbst wenn er nicht (offenbar recht erfolgreicher) Autor wäre, ist sein (englischsprachiger) Bericht über sein diesmaliges Scheitern beim Versuch, seinen Depressionen mit Hilfe von Yoga beizukommen, lesenwert.

Als Depressionsgeplagter kennt man bald die historischen Beispiele an Depressionen erkrankter historischer Persönlichkeiten – aber bis auf das Wenige, was ab und zu nebenbei im Fernsehen oder in Magazinen gemutmaßt wird, höre und lese ich nichts Bedeutendes über bekanntere Menschen, die unter Depressionen leiden (siehe auch hier oder hier). Noch seltener schreiben sie selbst offen darüber. Noch noch seltener sind die dann Schreibenden Berufsautoren, die – sozusagen – wissen, was sie tun.

Der Artikel macht zudem auf Yoga als Behandlung aufmerksam. Auch wenn ich selbst Yoga nur in der Theorie kenne, ist es doch sicher eine fast ideale Verbindung von Meditation und Sport. (Ich weiss eigentlich nicht, warum ich Yoga bisher für mich ausgeschlossen habe…) Und er zeigt ehrlicherweise, dass es trotzdem nicht immer auf Anhieb helfen muss. Es ist selten, dass jemand ein Scheitern zugibt und noch dazu so treffend beschreibt.


Okt 22 2009

Besser

Okay, schwierig… I love the whole world! ist ein Satz, der mit angesichts der zahlreichen teils jeden Tag wieder ausgeschöpften Möglichkeiten, die Menschen erfunden haben, sich gegenseitig möglichst unglücklich zu machen – im Zweifelsfall durch Verhungern Lassen oder einfaches Erschießen – schlicht nicht über die Lippen kommen will. Und sei es nur über die “Lippen” der vor mir liegenden Tastatur…

Gestern stoße ich dann auf das folgende Video:

I Love xkcd from NoamR on Vimeo.

Schön, oder?

Nach dem Weiterlesen die “Hintergrundgeschichte”. (Mit noch mehr Video und einem Comic!)

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Okt 20 2009

Zuviel Zeit

Vor etwa sechs bis acht Wochen wäre ich überzeugt gewesen, dass der Schritt zurück in die Arbeit gelingen würde. Die Suche nach einem Psychiater, die weit auseinandergerissenen Termine, der Papierkram mit der Krankenkasse haben mich dazu gebracht, es damals nicht umgehend zu versuchen. Jetzt ist es endlich soweit, aber ich hatte einfach zu lange Zeit, diesen Termin auf mich zukommen zu sehen, zuviel Zeit, zu reflektieren, was im letzten dreiviertel Jahr eigentlich passiert ist.

Und das ist soviel weniger als das, was ich zu erreichen erhofft hatte. Es geht mir besser, das ist wahr. Es geht medikamentenfrei besser – auch gut. Aber das ist ein Besser-als-schlecht, kein Es geht mir gut!

Ich bin soweit weg von der Selbstsicherheit, die ich mir 2007 erarbeitet hatte… Dieser Rückblick, diese Erinnerung, die ich als Ansporn nutzen wollte, als Beispiel, als Beweis, dass ich auch anders kann, frustriert mich inzwischen nur noch, weil ich nicht verstehe, warum ich den Mut von damals nicht mehr aufbringen kann.

Obwohl, ich ahne es: Damals half eine Reihe glücklicher Zufälle, kurzer Bekanntschaften, die damals auch einfach nicht in mein Leben hätten treten können. Seht mal z.B. hier und hier, Erinnerungen an die zwei schrägsten Eine-Nacht-Beinahe-Affairen meines Lebens, die mich glauben lassen konnten: Ich bin so scheiß-cool manchmal! — Auch wenn ich es in den Situationen beim besten Willen nicht war. Aber der Glaube kann Berge versetzen, nicht wahr?

Diesen Glauben habe ich aber wieder verloren. Knochentrockene Nüchternheit hat mich meiner Träumereien Hoffnungen beraubt. Wenn man meine Enttäuschung verstehen will: Es ist, als hätte ich den Punkt im Tunnel erreicht, an dem sich herausstellt, dass das Licht, dass ich für das Ende des selbigen hielt, nur eine Kerze war, die in diesem Moment ausbrennt.

Heute ist der zweite Tag, an dem die Depressionssymptome weiter zunehmen: Noch spüre ich den Hunger, aber der Appetit ist fort – fast Ekel bei dem Gedanken, etwas in mich reinzwingen zu müssen. Schlaflosigkeit – noch nicht ganz, aber unruhige Nächte mit wirren Träumen, spätes Einschlafen früh am Morgen. Keine Lust, das Haus zu verlassen, weil ich mir die Gedanken ersparen möchte, was die Menschen wohl denken mögen, wenn sie meine Fresse so zu sehen bekommen. Diese Symptome eben.

Es sieht so aus, als finge die Arbeit heute schon an…


Okt 19 2009

23 mal “One nagging thing…”

…you still don’t understand about yourself“: 23 angesehene (englischsprachige) Psychologen äußern sich (in Englisch und in bis zu 150 Worten) zu einem Punkt, den sie an sich selbst nicht verstehen. [Großartige Idee, interessantes Ergebnis]((http://bps-research-digest.blogspot.com/2009/10/one-nagging-thing-you-still-dont_05.html).

[via]