Nov
29
2009
Die Nachrichten der vergangenen Woche:
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Die IQWiG weist nach, dass der Nutzen von Reboxetin nicht belegt ist (vgl. Reboxetin bei Wikipedia). Laut Ärzte Zeitung online widerspricht der Hersteller diesem Ergebnis. Noch skandalöser, wenn man so will, als das Ergebnis selbst ist jedoch der scheinbar in der Branche allgemein übliche Umgang der Hersteller mit den ihnen vorliegenden Studien zur Wirksamkeit ihrer Produkte:
[..] es war offenkundig, dass der Hersteller [...] knapp zwei Drittel aller bislang in Studien erhobenen Daten unter Verschluss hielt und eine Auswertung der verfügbaren Daten allein ein verzerrtes Bild ergeben hätte.
Die IQWiQ fordert deshalb in ihrem Bericht eine gesetzliche Pflicht für die Veröffentlichung solcher Studien (siehe auch englische Nachricht bei The Medical News).
In der Studie wurde die Wirksamkeit zweier weiterer Wirkstoffe geprüft und offenbar bestätigt, Mirtazapin und Bupropion XL.
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Gestern endete der DGPPN Kongress 2009. Am Weitreichensten ist wohl die Einigung von 28 Fachverbänden auf eine neue sog. S3-Leitlinie. Sie kann in Originalfassung auf VersorgungsLeitlinien.de eingesehen werden. Siehe dazu auch die kurzen Berichte beim Deutschen Ärzteblatt und der Ärzte Zeitung.
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Die SZ kommentierte Mittwoch die dem Kongress vorangehenden Pressekampagnen kritisch und zieht “Eine graue Bilanz” aus dem Kampf gegen die Depression.
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Zur selben Zeit veröffentlichte die BBC diesen Viewpoint von Dr. Jennifer Wild, Research Clinical Psychologist Lecturer am King’s College London zur Behandlung von Depressionen: “Six million people suffer from depression and anxiety in the UK, and surveys show that most do not want to take drugs. They want a treatment with long-lasting results. This treatment is cognitive behavioural therapy (CBT).”
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Ich nehme aber an, sie dachte dabei nicht an Internet-Based Cognitive Behavioral Therapy…
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“[...]dass immer mehr Menschen immer mehr Antidepressiva nehmen, stimmt für Großbritannien [..] nicht“
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Hirnwellenmessungen zeigen Wirksamkeit von Antidepressiva
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Hoffentlich beginnt ob der Berichterstattung um Robert Enke auch ein Bewusstseinswandel in der Modelbranche. Dringend nötig scheint er zu sein, wie nicht nur ein oder zwei sondern mindestens drei Selbstmorde dieses Jahr zeigen!
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Die Main-Post ließ einen Journalisten über sein Leben mit Depression berichten. Lesenswert.
Und last, but not least:
Schönen Sonntag Euch allen!
1 Kommentar | Stichworte: Angststörung, Bupropion, CBT, DGPPN, Kognitive Verhaltenstherapie, Medizinische Leitlinien, Mirtazapin, Reboxetin, Studie, Suizid | abgelegt unter Antidepressiva, Psychologie/Psychiatrie/Neurologie
Nov
25
2009
Helen hat leider nichts zu erzählen über das, was sie umgibt oder das, was einmal war. [...] Und so stehen wir bis zum Ende blöd da, wie mitgebrachte Gäste der Geburtstagsparty, und rätseln.
die tageszeitung übt – wie es klingt gerechtfertigte – Kritik an dem morgen anlaufenden Film “Helen”, auf den ich letzte Woche aufmerksam gemacht hatte.
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Nov
23
2009
Bezeichnenderweise teilt Telepolis heute meine Bedenken zu dem gestern von mir verlinkten Fall einer Depressionskranken, die ihren Versicherungsanspruch wegen Fotos bei Facebook verloren haben soll.
Vielleicht wird die Wichtigkeit der durch diesen Fall losgetretenen Fragen nach Umgang mit öffentlichen Daten und dem (öffentlichen) Leben an Depression Erkrankten deutlich, wenn ich mal eine kurze Liste typischer Fragen – oder treffender: Sorgen – aufstelle, die aufkamen, sobald ich im letzten halben Jahr mal einen meiner besseren Phasen hatte:
- Darf/soll ich mich mit Arbeitskollegen während meiner Krankschreibung in der Kneipe auf ein Bier treffen?
- Darf ich auf das Konzert von Band XY gehen? Was ist, wenn ich einem Kollegen begegne?
- Was darf ich über Freizeitaktivitäten posten? Wie wird mir das ausgelegt, wenn da plötzlich steht, dass ich einen Abend gefeiert habe oder ein paar Tage Urlaub in Paris machte? (Letzteres habe ich tatsächlich, mit Einverständnis meiner Krankenkasse, Ärzte und des Arbeitgebers.)
- Verstehen meine Kollegen und Freunde, dass es mir nach außen hin einigermaßen gut gehen kann, ich trotzdem weiterhin krankgeschrieben bin?
Welche Antworten man auf solche Fragen bekommen kann, zeigen einige der Beiträge im Leserforum, die wie ich fürchte teils ernst gemeint sind.
Der folgende Beitrag stammt zwar offenbar von einem klassischen Troll, wenn ich mir dessen Gewese auf heise.de so anschaue, aber er fasst in zwei Sätzen alle Ängste eines “Normaldepressiven” darüber, was man von ihm denken könnte, wenn er wegen seiner Krankheit arbeitsunfähig geschrieben wird, außerordentlich treffend zusammen:
Depression ist keine Krankeheit sondern gesellschaftlich sanktionierte Faulheit mit großem “Krankheitsgewinn”!
“Depressiv” ist nur jemand der es sein will um der Vorteile willen!
Angst vor solchen Vorwürfen treibt Betroffene in die Isolation und führt dazu, dass sich zahlreiche Behandlungsbedürftige nicht helfen lassen. Im Extremfall bis zu dem Punkt, an dem sie den Tod erträglicher finden als die Vorstellung, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben.
Was jene kanadische Krankenkasse jetzt aus kurzsichtigem finanziellen Interesse angerichtet hat ist, Vorurteile wie die oben zitierten quasi zu sanktionieren und zugleich die Ängste der Betroffenen über das, was andere von ihnen denken könnten, wenn sie sich krankschreiben ließen, weiter anzuheizen.
Übrigens: Ich habe mich beim Antworten im Heise-Forum dabei ertappt, einen Link auf mein Blog absichtlich auszulassen – aus Angst vor den Trollen! Na wunderbar…
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Nov
22
2009
Auch diesen Sonntag wieder – wenn auch etwas später am Tage – Schlagzeilen aus dem Internet zum Thema Depression, ihrer Behandlung und Erforschung.
1 Kommentar | Stichworte: Depressive Realism, Facebook, Forschung, Genetik, Meditation, Tantra, Vasopressin, Versicherung, Video, Winterdepression | abgelegt unter Psychologie/Psychiatrie/Neurologie