Nov 7 2009

Eine Woche Arbeit

Irgendwas fehlt. Es hat immerhin ein gutes halbes Jahr gedauert, bis ich mir sicher war, mir wieder zutrauen zu können, verlässlich meinem Beruf nachzugehen, und nun habe ich also die erste Arbeitswoche hinter mir und… – wie gesagt, irgendetwas fehlt. Ich hätte vielleicht froh sein sollen, dass die erste Woche so anstandslos verlaufen ist – oder wenn mir schon nicht nach gleich Feiern ist, vielleicht einfach erleichtert sein sollen. Aber nichts dergleichen.

Vermutlich ist es einfach so, dass ich dem Braten nicht traue, wie man so sagt. In meinem Fall heisst das: Ich traue mir selbst nicht ganz über den Weg. Ich bin mir zwar sicher, dass ich Ich bin zwar überzeugt, dass ich diesmal nicht dieselben Fehler mache wie vor, sagen wir mal, einem Jahr. Aber ich beobachte trotzdem, dass mich dieselben Dinge wie damals wieder beschäftigen.

Ich merke dies übrigens vor allem dank bzw. während meiner fortgesetzten Meditationsübungen oder beim Laufen. Es war schon in der Woche als ich anfing erschreckend, mit wieviel “Müll”, vor allem lange Vergangenem, einen das eigene Gehirn ungefragt bombardiert, wenn man sich selbst einmal beim Denken beobachtet. Vergangene Woche musste ich jetzt beobachten, wie es nochmal schlimmer geworden ist – “nur” wegen vier Stunden Arbeit. Und mein Körper braucht länger, um sich zu entspannen. Ich verkrampfe, obwohl ich das zeitweise gar nicht merke.

Als ich nach meinem ersten monatelangen Ausfall wegen Depressionen vor knapp drei Jahren wieder die Arbeit begann, war ich euphorisch, da sich eine ganze Reihe Dinge glücklich gefügt hatten. Das machte mir das Leben damals einfach – gleichzeitig erschwerte es mir wohl das Lernen. Vieles ging mir zu leicht von der Hand. Ich bin mir ziemlich sicher, damals dachte ich ernsthaft, ich hätte endlich das Ziel erreicht. Heute weiss ich, dass das ganze Rennen noch vor mir liegt. Und das Ziel ist ist erst erreicht, wenn ich kapiert habe, dass es keines gibt.