Nov 15 2009

Worte zum Sonntag (#3)

Quod erat demonstrandum: Die Presse machte sich diese Woche wie erwartet über Enkes Schicksal und das Thema Depression her. Die heutigen Worte zum Sonntag sind daher eine Zusammenstellung der Artikel, die weniger das private Einzelschicksal Robert Enkes sondern die Krankheit in den Vordergrund zu stellen versuchten:

Abschließen will ich diese ansonsten (fast) unkommentierte Presseschau mit einem Zitat aus dem sehr bedenkenswerten Telepolis Blogbeitrag “Heldenverehrung” von Rolf Maresch: “Leute, [...] haltet doch mal inne. Das war nur ein Fußballtorwart [...]“


Nov 13 2009

Freitag, der 13. ist keine Erklärung

Ein Datum ist kein Schicksal! Am 21.12.2012 wird die Welt genau so wenig untergehen wie die Tatsache, dass heute der Dreizehnte eines Monats auf einen Freitag fällt, etwas damit zu tun hat, dass dies der schlechtes anstrengenste dieser Arbeitstag heute irgendwie unglücklich verlaufen ist und mich wieder auf meine schlechtesten unangemessen angestrengt hat…

Weitere zwei dutzend Streichungen Löschungen später habe ich dem Tag immerhin etwas Positives abgewonnen: Auf Freitage, 13. oder nicht, folgt immer ein Wochenende!

Zwei Tage, mich wieder mit mir selbst anzufreunden.


Nov 11 2009

Zur laufenden Berichterstattung zum Tod Robert Enkes

Eigentlich will ich zum Tod Robert Enkes gestern Abend nichts schreiben. Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften, Fanseiten, Blogs werden ja jetzt die wenigen seit heute 13 Uhr in die Welt gesetzten Aussagen der engsten Vertrauten und Betroffenen immer wieder zitieren, aufgreifen, zerpflücken, ausdeuten, plattwalzen, wiederholen. Dem brauche ich nichts hinzuzufügen. Etwas geht mir aber dazu durch den Kopf, das ich doch kurz festhalten will.

Einige der ersten Aussagen griffen zu Formulierungen, die sinngemäß zu sagen schienen, diese Entwicklung sei “unvorstellbar” gewesen. Es hat mich erschreckt, dass ich nicht mehr so fühle und denke. Inzwischen weiss ich, dass in etwa doppelt so viele Menschen durch Suizid sterben als durch Autounfälle. Ich denke auch, wir alle spielen unsere Rollen, und wundere mich schon lange nicht mehr, wenn einmal so eine Fassade zusammenbricht, nicht einmal, wenn es auf diese drastischste und tragischste Weise geschieht. Ich selbst habe jahrelang mir selbst und vor allem auch Freunden und Familie etwas vorgemacht, und selbst als ich von meiner Krankheit wusste, sie vielen gegenüber noch lange Zeit verschwiegen.

Ich zitiere nach der taz:

“Er wollte nicht, dass die Krankheit in die Öffentlichkeit kommt”, sagt Teresa Enke, “er hatte Angst um seine Karriere als Fußballer und darum, dass uns Leila weggenommen wird. Was denken die Leute, wenn die erfahren, man hat ein Kind adoptiert und der Papa ist depressiv, das fragte er sich”.

Ich frage mich, woher dieser scheinbare Zwang, solche Fassaden aufrecht erhalten zu müssen, in unserer Gesellschaft kommt.
Sind diese katzengoldenen Käfige, die wir uns selbst verpassen, nicht vielleicht auch der Grund, warum die Zahlen der an Depressionen Erkrankter stetig steigen? Und vor allem: Warum bauen wir alle an einer Gesellschaft mit, die vor allem durch eines bestimmt wird: Angst?!?

Ich wünschte, die öffentliche Berichterstattung würde sich jetzt solcher Fragen annehmen. Allein, selbst wenn sie es täte, ich glaube nicht, dass es etwas ändern würde…


Nov 10 2009

Gekritzel

Depression_Doodles_by_nullwert