Nicht gesellschaftsfähig
Geschenke für Menschen erfinden, die ich ein kein halbes Dutzend mal getroffen habe und deren Denken und Wünsche ich nicht verstehe – ich denke nicht daran. Menschen, die mir nahestehen, Geschenke zu machen, die dem Ernst der Lage nicht angemessen sind – kann ich nicht. Weihnachtsfeiertags einen Saufen gehen mit Menschen, die ein Weihnachten hatten – sollte ich nicht.
Ich bin mir jedes faux pas, den ich begehe, bewusst. Ein jeder schlägt in meine mühevoll aufgebaute Fassade, mein Verteidigungsbollwerk, ein wie ein Kanonenschuss in die Mauern einer belagerten Stadt. Genügend Treffer, und ich breche zusammen.
Was ich denke, dass Ihr es von mir erwartet, ich kann es nicht. Was ich glaube, das Ihr erwarten könnt, es scheint Euch nicht zu interessieren. Ich sehe die Welt nun einmal anders, und kann es nicht vermitteln, denn jeder hat nur begrenzt Zeit und Interesse.
Ich kann nicht lügen. Ich kann nicht schenken, wenn ich nicht weiss, was schenkenswert ist. Ich kann nicht lachen, wenn mir nach weinen ist. Ich kann nicht lieben, wenn ich nicht weiss, was Liebe ist.
Ich bin ein egozentrisches egomanisches Arschloch. Man kann mir schenken, ohne dass ich mich bedanke. Man kann mich willkommen heißen, ohne dass ich mich willkommen fühle. Man kann scherzen, und mich damit beleidigen. Man kann sich freuen, und ich werde darüber traurig.
Pavlov spielt auf mir und lässt mich denken: Ihr könnt mich alle mal! Und dann wieder nicht…
Ich bin nicht gesellschaftsfähig. Aber arbeiten – das kann ich wieder!
P.S.: Eine Entschuldigung Ein Postscriptum folgt vielleicht vielleicht, wenn ich wieder nüchtern bin und Distanz gewonnen habe. Aber Tagebücher sind, was sie sind, und ein Blog, dass keine Momentaufnahme ist, ich ein Haufen nichtssagender Scheisse. Ich hoffe, es wird deutlich, dass ich niemandem einen Vorwurf mache (außer mir selbst). Ich bin dankbar dafür, dass ich den gestrigen Tag mit den Menschen verbringen durfte, mit denen ich es getan habe. Das hier ist “nur” die verzerrte Verwunderung über mich selbst. Warum ich so fühle, wie ich es manchmal tue – ich weiss es nicht.