Worte zum Sonntag (#18)
Diese Woche will ich mit mehreren eigentlich voneinander unabhängigen Einzelmeldungen beginnen, die zusammengenommen… nun ja, entscheidet selbst:
Vorausgesetzt, Intelligente Menschen sind eher Atheisten und gehen nachts später schlafen, aber Glaube an einen fürsorglichen Gott bei Depressionen hilft (vgl. auch Schlagzeilen bei Google) und Wer früh ins Bett geht, [..] seltener Depressionen [hat] (siehe), dann darf man doch annehmen, dass Depressive statistisch gesehen intelligenter sein müssten als andere? Das sieht scheinbar auch das New York Times Magazine so…
Oh, und nicht nur intelligenter, sondern auch weniger fahrlässig und egoistisch, wenn man dann noch das hier in Betracht zieht: “Psychologist Joe Forgas at the University of New South Wales in Sydney, Australia, [...] suggests that happiness’s negative effects all stem from a cheery mood’s tendency to lull you into feeling secure. This makes you look inwards and behave both more selfishly and more carelessly.”
Thanks to The Awl for starting this line of though.
In weiteren Schlagzeilgen:
Eine weitere bedenkenswerte Meinung zum neuen DSM-Katalog (vgl. letzte Woche), von einem Professor der Geschichte der Medizin und Psychiatrie: “DSM-V accelerates the trend of making variants on the spectrum of everyday behavior into diseases: turning grief into depression, apprehension into anxiety, and boyishness into hyperactivity.”
Dazu passend: Die Nachricht Video Games May Help Combat Depression in Older Adults ließ mich subsyndromal nachschlagen, was laut (englischer) Wikipedia Zustände beschreibt, “which do not meet full criteria for a diagnosis, for example because the symptoms are fewer or less severe, but which nevertheless can be identified and related to the ‘full-blown’ syndrome.”. Das wiederum erinnert mich an die merkwürdige Diagnose Hypomanie…
Auch das gibt es: Celebrities With Diseases.
Ich enthalte mich einfach mal jedweden aktuellen deutschlandpolitischen Kommentars und verlinke einfach diesen düsteren Artikel der New York Times über die gesundheitlichen Auswirkungen von Entlassung und Arbeitslosigkeit…
Nachtrag/Update: Heute (01.03.) nimmt sich auch Telepolis unter dem Titel Arbeitslosigkeit und Suizid des ernsten Themas an (ohne direkten Bezug auf den NYT-Artikel).
Eine sehr interessante Infografik über den Wissenstand zur Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln (health supplements) gibt es bei Information is Beautiful.
“Depression in women can be fueled by hostile husbands, a new study suggests.” – Gut, dass auch dieser bisher von niemanden auch nur erahnte Zusammenhang wissenschaftlich ergründet wurde. (wieder gefunden bei The Awl)
Noch “besser” sind da nur noch Online-Tests, die immer dasselbe Ergebnis ausspucken – z.B. zur Frage, ob man unter behandlungsbedürftigen Depressionen leide: WebMD’s Depression Test Has Only One (Sponsored) Answer.
Die Stuttgarter Zeitung liefert Informationen zu einigen der gängigsten Vorurteile zur Krankheit Depression – der Titel Das Gleichgewicht der Botenstoffe ist gestört ist allerdings selbst fast ein Vorurteil, wie ich finde.
Und zum Abschluss: Area responsible for neuroscience errors located.
;-)