Für mich
Mein Vater wird mich besuchen kommen, nachdem ich den eigentlich geplanten Besuch bei ihm für diesen Urlaub abgesagt habe. Außer dass wir uns sehen können, dient der Besuch dazu, mir dabei zu helfen, die Dinge erledigt zu bekommen, die ich eigentlich schon in der vorigen Woche hatte erledigen wollen.
Das wird dann vermutlich auch funktionieren. Aber nicht etwa, weil man zu zweit doppelt so viel schaffen kann – das Problem ist eigentlich gar nicht, dass soviel zu tun wäre. Hätte ich die Dinge einfach eins nach dem anderen abgehakt, es wäre in der Woche zu bewerkstelligen gewesen.
Wie mir gerade durch den Kopf geht: Ich werde die Dinge dann erledigen, weil ich es quasi für meinen Vater tue. Er ist extra angereist, ich muss mich zusammenreißen, er soll sehen, dass es vorwärts geht. Wie mir wieder mal bewusst wird: Ich kann sehr gut Dinge für andere erledigen; nur nicht für mich.
Als wäre ich mir den Aufwand nicht wert. Als hätte ich mich schon aufgegeben.
März 11th, 2010, 7:16 Uhr
das kenne ich leider, für andere kann ich sehr viel machen, nur für mich selber kaum.
März 11th, 2010, 21:15 Uhr
Dinge die ich für andere tue, helfen mir enorm mein Selbstwertgefühl zu steigern. Schließlich werde ich gebraucht. Gebraucht zu werden, halte ich für großartig und ist kein Indiz dafür, dass man sich nicht selbst helfen kann. Hilfe anzunehmen ist schwieriger als Hilfe zu geben. Da liegt der Hase im Pfeffer. Kein Mensch kommt ohne die Hilfe anderer zurecht. Jeder braucht irgendwann mal Unterstützung in irgend einer Form. Das anzunehmen ist kein Versagen, sondern Stärke.
März 12th, 2010, 6:04 Uhr
Wenn man lange genug depressiv ist, hat man kaum noch jemanden, der einem Hilfe anbieten würde oder könnte ;-).
Ehrlich gesagt, einem Depressiven Hilfe anzubieten sollte man sich mehr als gut überlegen.
Ich denke schon, dass man therapeutische Hilfe irgendwann annehmen kann, nur ob das vergleichbar ist mit nicht therapeutischer Hilfe? Wohl eher nicht.