Ratschläge eines Bekloppten an die Zunft der Psychiater
Weil ich mich gerade aufrege, hier noch ein paar kleine Verbesserungsvorschläge:
- Kleine Erinnerung vorweg: Wir schreiben das Jahr 2010. Sorgen Sie dafür, dass Sie im Internet gefunden werden, und zwar richtig, mit einem Auftritt, den Sie bestimmen. Sie wissen ja gar nicht, was Sie sich damit alles erleichtern könnten, wenn Sie Ihre Webseite auch noch aktuell halten: Weniger Stress mit dem Anrufbeantworter; weniger telefonische Anfragen nach Sprechstundenzeiten; kaum möglich, aber der potentielle Patient könnte womöglich sogar lesen, worin Ihre Spezialisierung liegt (Ich habe Webseiten gefunden, da findet sich ein Leistungsspektrum!) und allen Beteiligten kostspielige, aber unnötige Plaudereien ersparen.
- Wenn Sie Pech haben, macht das sonst jemand anderes für Sie, schauen Sie mal nach!
- Wo wir gerade dabei sind: Geben Sie doch einfach zu, wenn Ihre Kapazitäten erschöpft sind. Auch das kann uns allen Zeit ersparen.
- Kann auch nicht schaden: Erläutern Sie Ihre Berufsbezeichnung (aka Ausbildung). Oder meinen Sie, es ist für den Laien nachvollziehbar, warum der eine sich Psychiater, der andere Facharzt für Nervenheilkunde nennt? Ist dasselbe? Sehen Sie.
- Vergeben Sie Termine. Echte. Nicht: “Kommen Sie um 14 Uhr.” – und warten Sie dann bitte, bis die zehn anderen vor ihnen durch sind, die sich rein zufällig auch hier angesammelt haben. Kann nicht so schwer sein, zumal Ihnen die Krankenkassen doch eh’ vorschreiben, wieviel Zeit sie pro Patient aufbringen dürfen. (Was, Sie nehmen sich mehr Zeit? Rufen Sie mich an!)
- Komisch, aber falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: Ihre Patienten sind oft in einem labilen Zustand, mindestens aber gestresst oder schwer ansprechbar. Seien Sie also freundlich und geduldig. Sie sind der Profi, wirken Sie so!
- Aber doch nicht so! Professionell bedeutet nicht unnahbar. Distanz zum Patienten bewahren bedeutet nicht, ihn nicht zu beachten. Denken Sie daran, Sie wollen Vertrauen erwecken. Ohne das Vertrauen Ihres Patienten ist alles, was Sie sagen, für den Arsch.
- Nehmen Sie – mindestens bei Erstgesprächen – während der Behandlung keine Telefonate an.
- Sperren Sie während der Behandlung die Assistent(inn)en aus. Keine Unterbrechungen. Keine! (Ja, ja, im Notfall.)
- Erklären Sie, warum. Warum ist es sinnvoll, dieses Medikament zu nehmen. Warum glauben Sie, dass Ihre Diagnose zutrifft. etc. (siehe oben zum Thema Vertrauen!)
- Stichwort Diagnose: Ist das ein ungeschriebenes Gesetzt, dass Sie die grundsätzlich nur auf gelben Zetteln in kryptischer Form herausrücken? Na los, kommen Sie, so falsch kann sie nicht sein, dass Sie die dem Patienten nicht verraten könnten, oder? Oder!?!
- Überlegen Sie sich, wie viele andere der Patient vor Ihnen hatte. Nicht eifersüchtig sein, wir reden ja nicht von Sex! Psychiater! Sie “entjungfern” nicht jeden, also gehen Sie auch entsprechend mit den Patienten um. Hey, mit so viel Erfahrung könnten wir viel Spaß miteinander haben.
Immer ein gutes Zeichen, wenn ich mich aufrege…
März 29th, 2010, 22:33 Uhr
Well, what can I say… It sounds pretty much like my recent experience in a completely different waiting room, I’m afraid. But you’re absolutely right, there should at least be some degree of respect for the patients – they are people, real flesh-and-blood (and SOUL!!) human beings, not… objects on a production line.
Bah. Sorry you had to have your time wasted like that. Hope you have better “luck” next time.
März 30th, 2010, 16:47 Uhr
Für Bekloppt sollten sich Depressive nicht halten.
März 30th, 2010, 17:59 Uhr
Da schwingt ein großes Stück Zynismus mit. Betrachte den Titel einfach als mit einem großen ;-) Smiley versehen.