Das war keine Hilfe
70 Minuten Wartezeit, 30 Minuten Gespräch, nächstmöglicher Folgetermin Ende Juli (sic).
Was habe ich von einem Erstgespräch mit einem Psychiater erwartet? Keine Ahnung. Nach dem Gespräch habe ich in den Fragebogen des Ginsterhof, den sie mir zur Vorbereitung eines Erstgesprächs zugeschickt haben und der mich nach dem Termin erreichte, auf den Punkt “Was erwarten oder wünschen sie von einer Behandlung bei uns?” jedenfalls abschließend eingetragen: “Erwarten? Ehrlicherweise: nichts.”
Das ist natürlich provokativ gelogen. Ich erwarte sogar sehr viel, auch wenn es nur Eines ist: Hilfe.
Die ist aber offenbar in keinem Gebührenkatalog vorgesehen. Stattdessen: Valdoxan, 98 Filmtabletten, €203,18.
Pardon, das ist alles Polemik und Zynismus. Aber ich ließe sonst erst recht kein gutes Haar an meiner heutigen Gesprächspartnerin. Und auch nicht mehr an der Zunft der Psychiater als Ganzem. Noch an dem Gesundheits(kosten)system. Oder irgendwas anderem. Für mich ist heute Abend alles Scheiße. Und die richtige Scheiße ist: Das ist auch noch gut so, denn ginge es mir schlechter, würde ich nicht einmal das mehr spüren. Nur fehlt mir jetzt der Sandsack zum Zusammenprügeln, um diese Scheiße auch wieder loszuwerden. Mein Blog ist mir eigentlich zu schade dafür.