Apr 20 2010

Unverhofft

Ich habe heute überraschend das Angebot bekommen, aus den – wie ich bisher angenommen hatte nur vorläufigen – Gesprächsterminen in der Klinikambulanz regelmäßige Therapiesitzungen zu machen. Dies wäre dann nominell eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Einziger Unterschied zu niedergelassenen Ärzten wäre eine gewisse Terminunsicherheit wegen des unvorhersagbaren Klinikbetriebs, die Therapeutin kann mir also keinen regelmäßigen Termin versprechen, nur in etwa die Frequenz, einmal alle ein bis zwei Wochen.

Die Therapeutin setzt mich zeitlich mit einer Entscheidung nicht unter Druck, sie kann und will mich aber verständlicher- und sicher auch sinnvollerweise nicht in Konkurrenz zu einer anderen Therapie behandeln. Etwas Zeit brauche ich in jedem Fall: Zum einen, weil ich der Therapeutin bisher als “temporäre Lösung” nicht wirklich meine volle Aufmerksamkeit geschenkt habe, und deshalb noch keine rechte Meinung dazu habe, ob wir miteinander klarkommen. Zum anderen, weil ich die Option Psychoanalyse noch nicht ausschließen will, solange ich nicht mehr dazu weiss. Möglicherweise ergibt sich da morgen eine Möglichkeit, einen Erstgesprächs- oder zumindest Beratungstermin zu ergattern.

Der Termin hat für mich auch ein paar persönlichere Fragen aufgeworfen, die mir noch im Kopf rumgehen. Dazu vielleicht später mehr.


Apr 20 2010

Trotzdem!

Gerade habe ich nochmal eine Email einer Freundin von vergangener Woche gelesen, die mich an meinen Bericht erinnerte, dass es mir etwas besser ginge. Und dann nochmal die letzten Einträge in meinem kleinen Onlinetagebuch hier zurückgeblättert und gedacht, dass es den gegenteiligen Eindruck machen muss. Nicht zuletzt mein letzter.

Mache ich Euch etwas vor? Oder ist es umgekehrt, versuche ich mir alltäglich etwas vorzumachen, und gehe den Dingen erst beim Schreiben hier auf den Grund?

Es ist jedenfalls so, dass ich die vergangene Woche als Erfolg verbuchen muss kann. Ich bin etwas aus meinem Schneckenhäuschen hier rausgekrochen. Ich habe alte Freunde wiedergetroffen, auch Arbeitskollegen, bin sozusagen der echten Welt wieder etwas näher gekommen.

Ob das nun schon eine Folge der Medikation ist? Oder der ein- bis zweimal Laufen in der Woche? Einfach der Sonnenschein, die Spaziergänge?

Alles unter Vorbehalt, sozusagen: unter Vorbehalt eines Teils von mir, der sich noch hinter Schutzmauern zurückgezogen hält. Trotzdem…