Psychotherapie an einer Klinikambulanz
Als ich vorgestern meinen Termin bei meiner Hausärztin wahrnahm und ihr von den letzten Ereignissen berichtete, stand bereits schon fest, dass ich das überraschende Angebot, eine regelmäßige Therapie an einer Institutsambulanz zu beginnen, natürlich annehmen würde.
Vielen Dank für Eure Kommentare, auch diejenigen offline, die mich in der Entscheidung bekräftigt haben.
Ich dachte, für diejenigen, die es vielleicht wegen eigener Probleme einmal hierher verschlägt, sollte ich doch nochmal klarstellen, was die Therapie an einer zumindest dieser Institutsambulanz zu einer bei einem niedergelassenen Therapeuten unterscheidet. (Alle Angaben natürlich – wie im Prinzip auf diesen Seiten immer – ohne Gewähr, ich gebe es so wieder, wie ich es verstanden habe; im Ernstfall klärt wichtige Fragen bitte immer mit dem Fachpersonal!)
Edit: Da die Therapie im Rahmen der Ambulanzaufgaben stattfindet, wird sie auch über die Klinik finanziert. Sie bekommt ein festes Budget (aus öffentlichen Geldern/von den Krankenkassen???), womit sie ihre Arbeit finanzieren muss; darunter fallen wiederum meine Therapiestunden. Das bedeutet, sie müssen nicht bei meiner Krankenkasse beantragt und bewilligt werden. Ich zitiere besser aus dem besser informierten Kommentar von Ilana unten: “Die Abrechnung läuft über die Krankenkasse, aber eben nicht wie beim niedergelassenen Therapeuten die Therapiestunden, sondern eher wie bei einem Facharzt – eine Pauschale – da es für die Kasse eben auch wie ein Facharztbesuch zählt, gibt es keine begrenzte Stundenanzahl.” Wodurch auch Einschränkungen wie eine festgelegte Anzahl “Probestunden” entfallen. (Dank auch an Ilana für den Hinweis.)
Wegen des in einer Ambulanz unvorhersehbaren Arbeitsaufkommens ist nicht dieselbe Terminsicherheit gegeben wie bei einem niedergelassenen Therapeuten, der ja mit einer feste Zahl Patienten rechnen kann und weitere gegebenenfalls abweist. Es ist also nicht planbar, ob wirklich jede Woche ein Termin möglich ist; es soll sich in meinem Fall wohl auf einen Termin alle ein bis zwei Wochen einpendeln, was für diese Therapieform denke ich in Ordnung geht. (Meine vorherige Therapeutin konnte mir einen Termin pro Woche in den schweren Zeiten einrichten, später wurde dies langsam “runtergefahren” auf einen Termin alle zwei Wochen, dann einen monatlich.) Der umgekehrte Weg ist aber eben auch möglich, womit das Ganze auch seine gute Seite zeigt: Sollte ich einmal akut Hilfe benötigen, kann ich quasi jederzeit in der Ambulanz aufschlagen und wäre dann dort schon bekannt. Wie ein Niedergelassener mit kurzfristigen Hilferufen umgeht, hängt dagegen allein von dessen Vorgehen und seinem Ermessen ab.
Da die Klinik natürlich auch Psychiater beschäftigt, kann dort auch die Einstellung und Überwachung meiner Medikation erfolgen. Damit bin ich (erstmal) auch von der Last befreit, “mal eben” endlich den einen Psychiater meines Vertrauens zu finden.
Ich denke, das waren die entscheidenden Punkte. Wie sich das konkret entwickelt werde ich hier weiter berichten – der erste Termin unter den veränderten Grundvoraussetzungen ist kommenden Dienstag.
April 25th, 2010, 7:33 Uhr
ich nutze auch so alle 2 Wochen die Ambulanz, habe so ca. 30 Minuten Gespräche, auch schon mal 45 Minuten. Ich komme mit diesen Abständen gut klar und mag die Therapeutin, halte sie nicht nur für sympathisch, sondern auch für fähig ;-). Die bilden sich weiter und haben wöchentlich teilweise auch täglich Supervision und können sich mit Kollegen austauschen!
April 25th, 2010, 11:29 Uhr
Die Abrechnung läuft über die Krankenkasse, aber eben nicht wie beim niedergelassenen Therapeuten die Therapiestunden, sondern eher wie bei einem Facharzt – eine Pauschale – da es für die Kasse eben auch wie ein Facharztbesuch zählt, gibt es keine begrenzte Stundenanzahl.
Ich wünsch dir viel Erfolg und dass du gut damit klar kommst :)
April 25th, 2010, 12:43 Uhr
Danke für die Richtigstellung. Ich war so frei, den Kommentar so im Artikel zu zitieren.
Und vielen Dank auch für den Erfolgswunsch.
April 25th, 2010, 12:47 Uhr
Letzteres ist tatsächlich auch einer der Vorteile gegenüber niedergelassenen Therapeuten (insbesondere wenn sie nicht in einer Gemeinschaftspraxis arbeiten). Was die Fortbildung angeht, hängt es wohl auch von der Klinik ab, gerade in Zeiten der kleineren Budgets und Privatisierungen der Krankenhäuser – aber auch hier stehen die Chancen wesentlich besser als bei den Selbständigen.
Danke für den Hinweis.
April 25th, 2010, 15:33 Uhr
und wenn mal die eigene Therapeutin nicht da ist, ist jemand anders im Notfall verfügbar.
Juli 12th, 2010, 13:33 Uhr
Das muss ja bestimmt so sein, aber man kann das auch wissen