Apr 24 2010

Psychotherapie an einer Klinikambulanz

Als ich vorgestern meinen Termin bei meiner Hausärztin wahrnahm und ihr von den letzten Ereignissen berichtete, stand bereits schon fest, dass ich das überraschende Angebot, eine regelmäßige Therapie an einer Institutsambulanz zu beginnen, natürlich annehmen würde.

Vielen Dank für Eure Kommentare, auch diejenigen offline, die mich in der Entscheidung bekräftigt haben.

Ich dachte, für diejenigen, die es vielleicht wegen eigener Probleme einmal hierher verschlägt, sollte ich doch nochmal klarstellen, was die Therapie an einer zumindest dieser Institutsambulanz zu einer bei einem niedergelassenen Therapeuten unterscheidet. (Alle Angaben natürlich – wie im Prinzip auf diesen Seiten immer – ohne Gewähr, ich gebe es so wieder, wie ich es verstanden habe; im Ernstfall klärt wichtige Fragen bitte immer mit dem Fachpersonal!)

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Apr 20 2010

Unverhofft

Ich habe heute überraschend das Angebot bekommen, aus den – wie ich bisher angenommen hatte nur vorläufigen – Gesprächsterminen in der Klinikambulanz regelmäßige Therapiesitzungen zu machen. Dies wäre dann nominell eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Einziger Unterschied zu niedergelassenen Ärzten wäre eine gewisse Terminunsicherheit wegen des unvorhersagbaren Klinikbetriebs, die Therapeutin kann mir also keinen regelmäßigen Termin versprechen, nur in etwa die Frequenz, einmal alle ein bis zwei Wochen.

Die Therapeutin setzt mich zeitlich mit einer Entscheidung nicht unter Druck, sie kann und will mich aber verständlicher- und sicher auch sinnvollerweise nicht in Konkurrenz zu einer anderen Therapie behandeln. Etwas Zeit brauche ich in jedem Fall: Zum einen, weil ich der Therapeutin bisher als “temporäre Lösung” nicht wirklich meine volle Aufmerksamkeit geschenkt habe, und deshalb noch keine rechte Meinung dazu habe, ob wir miteinander klarkommen. Zum anderen, weil ich die Option Psychoanalyse noch nicht ausschließen will, solange ich nicht mehr dazu weiss. Möglicherweise ergibt sich da morgen eine Möglichkeit, einen Erstgesprächs- oder zumindest Beratungstermin zu ergattern.

Der Termin hat für mich auch ein paar persönlichere Fragen aufgeworfen, die mir noch im Kopf rumgehen. Dazu vielleicht später mehr.


Apr 20 2010

Trotzdem!

Gerade habe ich nochmal eine Email einer Freundin von vergangener Woche gelesen, die mich an meinen Bericht erinnerte, dass es mir etwas besser ginge. Und dann nochmal die letzten Einträge in meinem kleinen Onlinetagebuch hier zurückgeblättert und gedacht, dass es den gegenteiligen Eindruck machen muss. Nicht zuletzt mein letzter.

Mache ich Euch etwas vor? Oder ist es umgekehrt, versuche ich mir alltäglich etwas vorzumachen, und gehe den Dingen erst beim Schreiben hier auf den Grund?

Es ist jedenfalls so, dass ich die vergangene Woche als Erfolg verbuchen muss kann. Ich bin etwas aus meinem Schneckenhäuschen hier rausgekrochen. Ich habe alte Freunde wiedergetroffen, auch Arbeitskollegen, bin sozusagen der echten Welt wieder etwas näher gekommen.

Ob das nun schon eine Folge der Medikation ist? Oder der ein- bis zweimal Laufen in der Woche? Einfach der Sonnenschein, die Spaziergänge?

Alles unter Vorbehalt, sozusagen: unter Vorbehalt eines Teils von mir, der sich noch hinter Schutzmauern zurückgezogen hält. Trotzdem…


Apr 19 2010

Das war keine Hilfe

70 Minuten Wartezeit, 30 Minuten Gespräch, nächstmöglicher Folgetermin Ende Juli (sic).

Was habe ich von einem Erstgespräch mit einem Psychiater erwartet? Keine Ahnung. Nach dem Gespräch habe ich in den Fragebogen des Ginsterhof, den sie mir zur Vorbereitung eines Erstgesprächs zugeschickt haben und der mich nach dem Termin erreichte, auf den Punkt “Was erwarten oder wünschen sie von einer Behandlung bei uns?” jedenfalls abschließend eingetragen: “Erwarten? Ehrlicherweise: nichts.”

Das ist natürlich provokativ gelogen. Ich erwarte sogar sehr viel, auch wenn es nur Eines ist: Hilfe.

Die ist aber offenbar in keinem Gebührenkatalog vorgesehen. Stattdessen: Valdoxan, 98 Filmtabletten, €203,18.

Pardon, das ist alles Polemik und Zynismus. Aber ich ließe sonst erst recht kein gutes Haar an meiner heutigen Gesprächspartnerin. Und auch nicht mehr an der Zunft der Psychiater als Ganzem. Noch an dem Gesundheits(kosten)system. Oder irgendwas anderem. Für mich ist heute Abend alles Scheiße. Und die richtige Scheiße ist: Das ist auch noch gut so, denn ginge es mir schlechter, würde ich nicht einmal das mehr spüren. Nur fehlt mir jetzt der Sandsack zum Zusammenprügeln, um diese Scheiße auch wieder loszuwerden. Mein Blog ist mir eigentlich zu schade dafür.