Analyse?

Vor zwei Wochen hatte ich angedeutet, dass sich eine Möglichkeit ergeben könnte, kurzfristig einen Erstgesprächstermin zu einer psychoanalytischen Therapie zu bekommen. Ich habe allerdings nicht mehr berichtet, dass es erfolgreich war. Das hole ich jetzt nach, heute war ich zu einem ersten Termin bei einer Psychoanalytikerin.

Ich kann immer noch nicht recht einschätzen, was mir Termin bedeuten soll. Inhaltlich verlief er eigentlich nicht anders als andere Erstgespräche. Einzig, ich war gesprächiger, kann aber nicht sagen, ob das “vorausschauender Gehorsam” war, weil ich erwartete, eine Psychoanalytikerin würde mich ohnehin anschweigen, oder ob sie mir tatsächlich die Führung des Gesprächs überließ. Und ich hatte viel zu erzählen. In der Nacht zuvor hatte ich kaum geschlafen, weil ich morgens um 5:30 Uhr nach Alpträumen aufgewacht war, die vorausnahmen, worüber ich zu sprechen hatte. Offensichtlich ging mir schon die Erwartung des Termins näher, als ich bemerkt habe. Wie dann auch die Unterhaltung selbst: Ich dachte, “Therapiemüdigkeit” hätte mich schon abgestumpft, und ich würde die Termine und Fakten ähnlich distanziert runterbeten wie in den kurzen Gesprächen mit den Psychiatern in den letzten Wochen – so, wie es mir zeitweise bei meinem letzten Therapietermin vorkam – dem war aber ganz und gar nicht so.

Bedeutet das, ich habe der Therapeutin unbewusst schon mehr Vertrauen geschenkt? Ich weiss es nicht. Das Ganze ließ mich irritiert und “angegriffen” zurück. Vielleicht auch wegen der Erschöpfung nach der unruhigen Nacht, wie soll ich das unterscheiden…

Nächste Woche gibt es einen Nachfolgetermin. Die Therapie in der Ambulanz werde ich einmal verschieben, um nicht noch weiter durcheinander zu geraten. Eine der beiden Therapien kann ich erst wirklich auf- und annehmen, wenn ich mich auch entschlossen habe, dabei zu bleiben.


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