Schreiben, Reden

Edit (11.5.): Ich versuche es nochmal. Die Originalfassung des Eintrags weiter unten.

Es ging geht mir nicht gut, die Nachwirkungen der Therapiesitzung letzte Woche. Die letzten Tage habe ich mich zuhause eingeigelt, irgendwo am Rand einer schwereren Depression.

Der Rest war Schweigen.

Doch es brauchte ein…

Es ist schon wieder 2:10 Uhr morgens und meine Gedanken laufen wieder und wieder gegen dieselbe Wand. Irgendetwas will gesagt werden… Ich könnte kotzen, diese Sprachlosigkeit schnürt mir die Brust zu.

Wenn ich nur ehrlich zu mir und meinem Gegenüber bin…

Ab und zu gelingt es mir für einen Moment, ein Stück echten Gefühls zu bergen… Vorhin, beim Schreiben einer Email. Im Dialog, ganz alleine gelingt es mir nicht. Wenigstens eine leere (Monitor-)Seite muss mir zuhören. Mir selbst mache ich mache nur zu gerne etwas vor. Wenn ich nur meinem Gegenüber und mir genug Aufmerksamkeit schenke…

Deshalb hatte ich doch angefangen, hier zu bloggen. Und dazu allein dienen die unzähligen Gespräche in der Therapie. Und doch vergesse ich immer wieder, das Gespräch aufrecht zu erhalten, nach Worten zu ringen, auch wenn es mir schwer fällt.

Und deshalb glaube ich, werde ich doch eine psychoanalytische Therapie suchen. Ich brauche die Intensität, das unvermeidbare Gespräch. Auch wenn mir die Worte zunächst im Halse stecken bleiben.

Und doch wollte ich anderes sagen, als ich angefangen habe zu schreiben… Ein andernmal.


Erster Versuch:

Deshalb blogge ich hier. Und natürlich ist es der Sinn der Gespräche in einer Therapie. Und doch habe ich vielleicht erst vorhin beim Verfassen einer Email wirklich begriffen, was beim Reden, beim Schreiben eigentlich passiert – *sofern ich wirklich ehrlich zu mir und meinem Gegenüber bin*: Dass ich erst dann darauf aufmerksam werde, wie, was ich eigentlich *fühle*. Oder vielmehr, dass ich es tatsächlich erst dann fühle, weil ich es davor einfach nicht wahrhaben wollte konnte.

Eigentlich trivial. Aber es ist mir wohl noch nie so bewusst geworden wie gerade eben.

Vielleicht ist eine gesprächsbasierte Therapie doch das Richtige; so intensiv wie möglich, eine Psychanalyse. Morgen ist der zweite Vorgesprächstermin…


Eine Antwort an “Schreiben, Reden”

  • Jenny Schreibt:

    Dialogue has many benefits. The actual talking and putting (feelings) to words. The dynamics of two people in a room, interacting, interaffecting. “No man is an island” they say, and think that’s rather true. We weren’t meant to deal with all things alone, but as I said earlier – we tend to go into hiding with things that make us feel vulnerable. It takes lots of courage to seek out the intensity of dialogue – because it may create a very powerful tidal wave, that may very well knock you over.

    But you know what they say. Fall over seven times, get up eight. :-)

Antworten