Das Protokoll ist in der ursprünglichen Form belassen, d.h. es wurde nicht transkribiert und ist deshalb nur mühsam nachzuvollziehen, da Fragen und Antworten chatüblich nicht direkt beieinander stehen. Das ist auch der Grund, weshalb ich es selbst noch nicht vollständig gelesen habe. Ich konnte aber schon sehen, dass sich sich zahlreiche häufig gestellte Fragen mit kurzen Antworten dazu finden und auch einige seltener zur Sprache kommende Stichworte.
“These data highlight the profound ways that depression alters one’s experience of the world,” commented Dr. John Krystal, Editor of Biological Psychiatry. “The poet William Cowper said that ‘variety’s the very spice of life’, yet when people are depressed, they are less able to perceive contrasts in the visual world. This loss would seem to make the world a less pleasurable place.”
Es ist also tatsächlich nachweislich so: Depression hüllt die Welt in einen grauen Schleier, wie auch der englische Independent titelt (sinngemäß übersetzt).
Davon, ein Tagebuch zu werden, ist dieses Blog zur Zeit weiter entfernt denn je. Das wöchentliche Feature habe ich quasi eingestellt. Zu Persönlichem habe ich seit anfang des Monats fast nichts Neues gesagt, und die Nachricht von meiner neuen Medikation so faktisch als möglich gehalten.
Das bedeutet nicht, dass mich meine Krankheit nicht mehr beschäftigt, und glücklicherweise auch nicht, dass sie mich so sehr beschäftigt, dass ich nicht hätte schreiben können.
Der Grund für das Schweigen ist, dass alles, was mich beschäftigt, in verschiedener Hinsicht auf wackligen Füßen steht. Wenn ich es aufschreibe veröffentlichte, müsste ich befürchten, dass etwas aus den Fugen gerät. Und deshalb lasse ich erstmal die Finger davon. Nur soviel in Stichworten, hoffentlich Unverfängliches:
Der nächste Termin bei meinem Psychiater, der frühestmögliche, wie mir mehrfach erklärt wurde, liegt in der zweiten Septemberwoche – also in etwa acht Wochen. Das mag normal sein, aber es ist krank.
Die neue Medikation betrachte ich mit jedem Tag kritischer, die Gründe berühren aber wieder Punkte, die ich hier (für den Augenblick) nicht zur Diskussion stellen will.
Auch meine Personenwaage ist Opfer meines Zweifels geworden, nach einigen widersprüchlichen Messergebnissen. Seit heute also eine neue Hilfe, um meinen Weg zum Ziel 60plus (also mehr als 60 kg auf die Waage zu bringen, BMI 18,5) zu überwachen. Stand heute, 18:30 Uhr: 56,2 kg.
Seit zwei Wochen bekomme ich im Rahmen einer von meinem Zahnarzt (sic!) verschriebenen Physiotherapie Massagen im Schulter-, Nacken- und Kieferbereich, die mir außerordentlich helfen, ein besseres Körpergefühl zu bekommen. Ich gehe jedesmal deutlich entspannter und mit gehobener Stimmung aus der Praxis. Bei dem Maß, in dem meine Verspannungen schon zu Verhärtungen und Fehlhaltungen geführt haben, wundert mich, dass dies erst dem Zahnarzt wegen akuter Kieferschmerzen eine Betrachtung wert war. Bei näherer Betrachtung: Eigentlich wundert mich das überhaupt nicht…