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	<title>nullwert &#187; Achtsamkeit</title>
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	<description>Leben und Erleben mit Depression</description>
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		<title>Worte zum Sonntag (#14)</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 11:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antidepressiva]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie/Psychiatrie/Neurologie]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibblockade]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich war diese Woche wohl hauptsächlich damit bechäftigt, meiner jetzigen Lebenssituation wieder eine positivere Haltung gegenüber einzunehmen &#8211; womit ich bisher offenbar gescheitert bin (daher auch meine Schreibblockade). Vielleicht habe ich deshalb mehr Nachrichten links liegen gelassen als sonst. Oder es ist tatsächlich wenig Nennenswertes zum Thema Depression geschrieben worden. Jedenfalls gibt es diese Woche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war diese Woche wohl hauptsächlich damit bechäftigt, meiner jetzigen Lebenssituation wieder eine positivere Haltung gegenüber einzunehmen &#8211; womit ich bisher offenbar gescheitert bin (daher auch <a href="http://nullwert.de/2010/01/27/hadern/">meine Schreibblockade</a>). Vielleicht habe ich deshalb mehr Nachrichten links liegen gelassen als sonst. Oder es ist tatsächlich wenig Nennenswertes zum Thema Depression geschrieben worden. Jedenfalls gibt es diese Woche nur zwei Themen, die möglicherweise auch Euer Interesse finden:</p>
<p>In seiner Februar-Ausgabe greift der amerikanische <em>Newsweek</em> die Ergebnisse der neuesten Studien zur Wirksamkeit von Antidepressiva auf. Den <em><a href="http://www.newsweek.com/id/232781/page/1">Depressing News About Antidepressants</a></em> darf aber auch gleich ein Psychiater widersprechen: &#8220;<a href="http://www.newsweek.com/id/232782" title="A Doctor Disagrees">Antidepressants have helped not only my patients, but myself.</a>&#8220;.</p>
<p>Und dann hat mich diese Woche noch jemand daran erinnert, warum ich eigentlich mit dem Bloggen über meine Depression angefangen habe: <em><a href="http://www.stevenaitchison.co.uk/blog/2010/01/19/5-ways-blogging-can-save-your-sanity/">5 Ways Blogging Can Save Your Sanity</a></em>.</p>
<p>Schönen Sonntag wünsche ich Euch.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: Vorhin hat jemand auf <em><a href="http://www.metafilter.com">MetaFilter</a></em> noch <a href="http://www.metafilter.com/88775/Change-Your-Mind-Change-Your-Brain" title="MetaFilter: 'Change your mind, change your brain'">eine großartige Linkliste zu zwei Vorträgen zum Thema Meditation und Achtsamkeit</a> herausgebracht. Ich habe das erste Video, den Vortrag <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=L_30JzRGDHI">Change your mind, change your brain</a></em> gerade gesehen &#8211; sehr empfehlenswert. Ich werde wohl den Rest des Nachmittags mit den übrigen Links verbringen.</p>
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		<title>Über mein Meditieren</title>
		<link>http://nullwert.de/2010/01/06/uber-mein-meditieren/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 19:56:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern erinnerte mich die englische Presse durch eine breite Online-Berichterstattung über eine Studie der britischen Organisation Be Mindful zu den nachgewiesenen Erfolgen, die Meditation und Achtsamkeit bei der Behandlung von Depressionen erzielen, an mein Vorhaben von Ende letzten Jahres, einmal zu beschreiben, wie ich mein Meditieren erlebe und wie es mir ganz persönlich hilft. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern erinnerte mich die englische Presse durch eine <a href="http://news.google.de/news/story?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=en&amp;cf=all&amp;ncl=dL0fsqZ1lG7JFuMIHw6J5dNcK79OM" title="Nachrichtenzusammenstellung von Google">breite Online-Berichterstattung</a> über <a href="http://www.bemindful.co.uk/about_mindfulness/mindfulness_evidence">eine Studie</a> der britischen Organisation <a href="http://www.bemindful.co.uk/">Be Mindful</a> zu den nachgewiesenen Erfolgen, die Meditation und Achtsamkeit bei der Behandlung von Depressionen erzielen, an mein Vorhaben von Ende letzten Jahres, einmal zu beschreiben, wie ich mein Meditieren erlebe und wie es mir ganz persönlich hilft.</p>
<p><span id="more-1456"></span></p>
<p>Es gibt wahrscheinlich zahlreiche Arten und Weisen, wie man meditieren kann. Das Buch, nach dem ich mich gerichtet habe, <em>Gesund durch Meditation</em> von Jon Kabat-Zinn, beschreibt schon zwei Meditationen ausführlicher. Ich bin jetzt dazu übergegangen, in der Form zu meditieren, wie man sie vielleicht &#8220;klassisch&#8221; nennen kann: im Schneidersitz, Hände im Schoß gefaltet, mit geschlossenen Augen.</p>
<p>Ich habe bisher &#8220;richtig&#8221; nur zuhause meditiert, und tue das dort in meinem Wohnzimmer, weil dies für mich (absurderweise) im Vergleich zum Schlafzimmer der von mir als ruhiger empfundene Raum ist. Meist dunkle ich den Raum ab, indem ich nur indirektes Licht anschalte oder Kerzen anzünde. Anfangs habe ich mich auf den Boden gesetzt &#8211; weil es an Dokumentationen erinnert, bei denen Meditierende in japanisch anmutenden Dojos sitzen, vermutlich &#8211; aber aus Mangel an einer vernünftigen warmen Unterlage sitze ich jetzt einfach auf meinem weichen Sofa, mit einem kleinen separaten Kissen unter meinem Hintern, um das aufrechte Sitzen zu unterstützen. Ich sehe mich einmal um, ob alles seine Ordnung hat, atme ein-, zweimal tief durch, lege die Hände in den Schoß und schließe die Augen.</p>
<p>Die ersten Atemzüge brauche ich, um überhaupt erstmal zu akzeptieren, dass ich jetzt nichts machen will. Dann merke ich, dass die Schultern immer noch angespannt sind, und versuche, sie langsam sinken zu lassen. Dann spüre ich meist, dass ich die Augen nicht nur geschlossen, sondern fast zugekniffen habe, und lasse auch hier locker. Dann entspannt sich langsam auch mein Kiefer, der wegen seiner Stressanfälligkeit auch schon die Aufmerksamkeit meines Zahnarzts gefordert hatte.</p>
<p>Dann kann ich so langsam daran denken, nichts mehr zu denken. Man behilft sich dabei eines Tricks, dessen tieferen Sinn ich erst später erkannt habe (dazu weiter unten): Man konzentriert sich aufs Atmen, oder vielmehr, auf einen beobachtbaren Aspekt des Atmens. Das kann das Heben und Senken des Bauchs sein (es wird <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauchatmung" title="Wikipedia">Bauchatmung</a> empfohlen) oder das Gefühl, dass der ein- und ausströmende Atem an den Nasenflügeln erzeugt.</p>
<p>Es wäre jetzt schön, wenn mir das gelingen würde. Tut es aber natürlich nicht. Je nachdem, was einen beschäftigt hatte den lieben langen Tag lang, bewusst oder unbewusst, es wird einem jetzt schon einfallen. Die Gedanken können &#8220;aus dem Nichts&#8221; auftauchen, wenn es einem überhaupt schon gelungen war, einmal nur das Atmen zu beobachten, oder sich einfach kettenartig an das zuletzt Gedachte anknüpfen. Bei mir ist es so, dass sich mir schon nach den ersten paar beobachteten Atemzügen irgendein Gedanke aufdrängt.</p>
<p>Was ich erst nicht verstanden habe: Das ist kein Fehler, kein Zeichen, dass die Meditation fehlschlägt. Hier fängt sie an.</p>
<p>Es geht darum, wie man mit den auftauchenden Gedanken umgeht. Statt sich &#8211; wie man es täte, wenn sich einem in einen kurzen Moment der Ruhe ein Gedanke aufdrängt &#8211; mit ihm zu beschäftigen (Wo kommt er her? Warum habe ich ihn? Was soll ich deshalb tun?), liegt der &#8220;Trick&#8221; darin, sich eben nicht weiter mit ihm zu beschäftigen. Ein Bild, das viele verwenden, ist: Man soll den Gedanken ansehen, wie man Wolken ansieht, die man beim Vorüberziehen beobachtet. Ich selbst würde sagen: Ich betrachte sie wie Bilder bei einer Diavorführung. Ich sehe jedes einmal an, und, <em>klick</em>, dann kommt das nächste.</p>
<p>Wenn es gut läuft, wird die Pause zwischen den Dias irgendwann länger. Und in den Pausen ist Ruhe. Wirkliche Ruhe.</p>
<p>Gedanken, die sich mir immer wieder zwangsläufig aufdrängen, haben mit dem Körperempfinden zu tun. Wenn ich verkrampft bin oder hungrig &#8211; wenn ich es vorher nicht bemerkt habe, <em>jetzt</em> in der konzentrierten Stille der Meditation werde ich die verärgerten Muskel oder den rebellierenden Magen spüren. Aber das ist gut so! Vorher hat mich sonstwas davon abgehalten, es zu bemerken, jetzt ist immerhin soviel Ruhe, dass sich mein Körper Gehör verschaffen kann. Ich nehme es zur Kenntnis. Und sollte es dann für den Moment aber damit auch erstmal gut sein lassen.</p>
<p>Dasselbe gilt für alle anderen Gedanken. Nicht wundern, woher die Gedanken kommen, sondern bewusst jeden einzelnen einmal wahrnehmen. Obwohl der Irrsinn, der sich mir da bisweilen in Einzelaufnahmen offenbart, mir überhaupt nicht gefällt. Es muss ein Durcheinander sein, dass mir den ganzen Tag schon durch den Kopf ging &#8211; ohne dass ich es bemerkt hätte. Im Alltag sieht man den Wald an Gedanken, in dem man steht, vor lauter Einzelgedanken, die sofortiges Handlen verlangen, gar nicht mehr.</p>
<p>Vor Kurzem fiel mir ein sehr <em>nerdiges</em> Sinnbild für diesen Vorgang beim Meditieren ein:</p>
<p>Wir kennen alle beim Sitzen vor dem Computer den Moment, bei dem irgendein Programm plötzlich nicht mehr antwortet. Man klickt &#8211; nichts passiert. Vielleicht dreht sich fröhlich der Wartecursor, vielleicht passiert auch gar nichts, oder alles beginnt zu ruckeln, aber irgendwas stimmt nicht. Das wäre das Sinnbild für Stress: Denken und Handeln geraten wegen der Vielzahl an Prozessen, oder einem einzelnen fehlgeleiteten, ins Stocken.</p>
<p>Meditation ist für mich dann: CTRL + ALT + DEL drücken und Taskmanager aufrufen &#8211; und dann in Ruhe anschauen, was da eigentlich gerade so vor sich geht.</p>
<p>So, wie ich im Taskmanager sehen kann, welche Programme gerade besonders viel rumrechnen, und welche Programme <em>überhaupt gerade laufen</em>, sehe ich beim Meditieren, was für Gedanken mich eigentlich gerade besonders beschäftigen. Die Analogie endet hier vermutlich, denn ich kann keinen Prozess abschießen. Aber es besteht schon eine weitere Ähnlichkeit: Wenn man etwas abwartet und einfach nur beobachtet, kann man sehen, wie die meisten Programme ganz von selbst langsam Ruhe finden. Wenn man am Computer nicht mehr wild rumfurwerkt und die Programme nicht bösartig sind, werden sie irgendwann mangels Benutzereingaben wieder Resourcen freigeben. Und genau das ist, denke ich, der Effekt, den Meditieren auch haben soll.</p>
<p>Und bei mir hat: Wenigstens ein kleiner Teil meiner Gedanken kommt bei jeder Meditation zur Ruhe. Ich bin in jedem Fall hinterher weniger gestresst, gehetzt, beschäftigt, wie immer man es nennen will, als zuvor. Es scheint manchmal sogar, als hätte mein Körper als Ganzes wieder Zeit gefunden, sich mal wieder auf die wichtigeren Dinge zu konzentrieren: Regelmäßig stelle ich fest, dass ich nach dem Meditieren besser durchblutete, sprich: warme Hände und Füße habe, manchmal sogar das Gefühl, einen roten Kopf bekommen zu haben. Und zuvor noch verspannte Muskeln schmerzen hinterher nicht mehr so sehr.</p>
<p>Meditation auf diese Weise zu betrachten hat mir auch deutlich gemacht, warum es sinnvoll ist, sich beim Meditieren ausgerechnet aufs Atmen zu konzentrieren: Wir atmen ganz von allein, ganz ohne &#8220;Benutzereingaben&#8221;. Ein idealeres Objekt für die eigene Aufmerksamkeit, ohne durch die Aufmerksamkeit noch mehr Schaden anzurichten, gibt es nicht.</p>
<p>Wann höre ich auf zu meditieren? Irgendwann wenn ich das Gefühl habe, einen <em>gewissen</em> Erfolg erzielt zu haben. Idealerweise würde &#8220;Erfolg&#8221; wohl bedeuten, dass ich zu Ruhe, Entspannung und &#8220;Einheit mit meinem wahren Selbst&#8221; gefunden habe &#8211; das ist (noch?) utopisch. Ich gebe mich zufrieden, wenn ich meine, die Wogen der Gedanken hätten sich erstmal etwas geglättet.</p>
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		<title>Wink mit dem Zaunpfahl</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 18:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade denke ich beim Ausräumen des Geschirrspülers über Achtsamkeit nach, da fällt mir ein Glas aus der Hand und zerbricht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade denke ich beim Ausräumen des Geschirrspülers über Achtsamkeit nach, da fällt mir ein Glas aus der Hand und zerbricht.</p>
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		<title>Besinnungslos</title>
		<link>http://nullwert.de/2009/12/21/besinnungslos/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 20:52:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Besinnlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Worte. Assoziationen. Es begann mit dem Versuch, etwas zu meditieren heute am frühen Abend. Doch die Gedanken wollten sich nicht nur beobachten lassen. Erst jagten sie einander &#8211; dann mich&#8230; Ruhe. Konzentration. Achtsamkeit. Besinnlichkeit. Weihnachten. Heilig Abend. Alleine. Abendessen. Kochen. Familie. Mutter. Tod. Essen. Weihnachten. Einsam. Liebe. Sex. J. Machtlosigkeit. Einsamkeit. Weihnachten. Achtlosigkeit. usw. Kurz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Worte. Assoziationen. Es begann mit dem Versuch, etwas zu meditieren heute am frühen Abend. Doch die Gedanken wollten sich nicht nur beobachten lassen. Erst jagten sie einander &#8211; dann mich&#8230;</p>
<p>Ruhe. Konzentration. Achtsamkeit. Besinnlichkeit. Weihnachten. Heilig Abend. Alleine. Abendessen. Kochen. Familie. Mutter. Tod. Essen. Weihnachten. Einsam. Liebe. Sex. J. Machtlosigkeit. Einsamkeit. Weihnachten. Achtlosigkeit. <sub>usw.</sub></p>
<p>Kurz darauf war ich beinahe soweit, mir <em>Besinnungslose Weihnachten</em> wünschen zu wollen!</p>
<p><em>Besinnungslos</em>&#8230;</p>
<p><a href="http://wortschatz.uni-leipzig.de/">Synonyme</a>: bewußtlos, empfindungslos, ohnmächtig, scheintot, starr, unempfindlich</p>
<p>Merkwürdig, sich die Depression herbeizuwünschen&#8230; beinahe, unbewusst. Aber da kommt sie her, selbstvernichtender Schutzmechanismus, der sie ist&#8230;</p>
<p>Also: <strong>Augen auf und durch!</strong></p>
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		<title>Worte zum Sonntag (#6)</title>
		<link>http://nullwert.de/2009/12/06/worte-zum-sonntag-6/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 06:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antidepressiva]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie/Psychiatrie/Neurologie]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Behandlungsleitfaden]]></category>
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		<category><![CDATA[Norpramin]]></category>
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		<description><![CDATA[Lesestoff der Woche, aufgehoben für diesen Sonntag: &#8220;Wir glauben, dass das ein Riesenmeilenstein ist in der Erkennung und Behandlung depressiver Erkrankungen.&#8221; &#8211; Deutschlandradio berichtet über die Bedeutung des neuen Behandlungsleitfadens für Depressionen (vgl. letzte Woche). Über den Kongress, in dessen Rahmen jene Leitlinien beschlossen wurden, berichtet auch die FAZ. Schwerpunkt bilden in dem Artikel auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lesestoff der Woche, aufgehoben für diesen Sonntag:</p>
<ul>
<li>
<p>&#8220;Wir glauben, dass das ein Riesenmeilenstein ist in der Erkennung und Behandlung depressiver Erkrankungen.&#8221; &#8211; <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/1079454/" title="Wirksame Hilfe bei Depressionen (Deutschlandradio)">Deutschlandradio berichtet</a> über die Bedeutung des <a href="http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/themen/depression" title="versorgungsleitlinien.de">neuen Behandlungsleitfadens für Depressionen</a> (vgl. <a href="http://nullwert.de/2009/11/29/worte-zum-sonntag-5/" title="Worte zum Sonntag (#5)">letzte Woche</a>).</p>
</li>
<li>
<p>Über den Kongress, in dessen Rahmen jene Leitlinien beschlossen wurden, <a href="http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~E5498BE3B6E28460B88D986405FC8FC23~ATpl~Ecommon~Scontent.html" title="Die Schwermut überdenken (FAZ)">berichtet auch die <em>FAZ</em></a>. Schwerpunkt bilden in dem Artikel auf dem Kongress vorgestellte Erkenntnisse über die Rolle der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gliazelle" title="Gliazellen (Wikipedia)">Gliazellen</a> und den <a href="http://www.organische-chemie.ch/chemie/2009/sep/nervenzellen.shtm" title="Rolle des Glutamat (Portal für Organische Chemie)">Nervenbotenstoff Glutamat</a>.</p>
</li>
<li>
<p>Sieh mal einer an: <a href="http://www.newscientist.com/article/mg20427365.000-the-world-looks-different-if-youre-depressed.html" title="The world looks different if you're depressed (newscientist.com)">The world looks different if you&#8217;re depressed</a> (<a href="http://www.theawl.com/2009/11/depressed-people-cannot-see-the-trees-for-the-forest" title="The Awl">via</a>).</p>
</li>
<li>
<p>Zum Medikament <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Desipramin" title="Wirkstoff Desipramin (Wikipedia)">Norpramin</a></em> wurde von der <a href="http://www.fda.gov/" title="FDA">U.S. Drug and Food Association</a> und dem Hersteller eine Warnung herausgegeben: <a href="http://www.attorneyatlaw.com/2009/12/depression-drug-norpramin-linked-to-fatal-heart-complications-fda-warns/" title="via attorneyatlaw.com">Depression Drug Norpramin Linked to Fatal Heart Complications, FDA Warns</a>.</p>
</li>
<li>
<p><a href="http://blog.pharmexec.com/2009/12/02/lilly-launches-depression-web-site/" title="Lilly Launches Depression Web Site (PharmExec.com)">Lilly Launches Depression Web Site</a>: <em><a href="http://missingpiecesprogram.com/index.jsp" title="Missing Pieces">Missing Pieces</a></em></p>
</li>
<li>
<p>Ohne Qualitätsgarantie, da ich mir den Vortrag (immerhin 55 Minuten lang!) selbst noch nicht &#8220;angetan&#8221; habe:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/XeJSXfXep4M&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/XeJSXfXep4M&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Der Link erreichte mich mal wieder <a href="http://www.metafilter.com/87145/Optimizing-Your-Brain-At-Work" title="Metafilter">via Metafilter</a>, die auch gleich zu einem anderen interessanten Artikel verlinken: <a href="http://www.psychologytoday.com/blog/your-brain-work/200910/the-neuroscience-mindfulness" title="The Neuroscience of Mindfullness">The Neuroscience of Mindfullness</a>. Die deutsche Übersetzung für <em>Mindfullness</em> ist übrigens <em><a href="http://nullwert.de/2009/07/30/achtung-achtsamkeit/" title="Achtung Achtsamkeit!">Achtsamkeit</a></em>.</p>
</li>
<li>
<p>Und zum Abschluss noch etwas &#8220;Edutainment*: <a href="http://www.cracked.com/article/223_6-mental-illness-myths-hollywood-wants-you-to-believe/" title="6 Mental Illness Myths Hollywood Wants You to Believe">6 Mental Illness Myths Hollywood Wants You to Believe</a> (<a href="http://www.metafilter.com/87189/Just-stick-this-in-your-crazy-hole-and-well-unlock-the-sanity" title="Metafilter">via</a>)</p>
</li>
</ul>
<p>Schönen Sonntag!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>(M)eine neue Perspektive</title>
		<link>http://nullwert.de/2009/10/31/meine-neue-perspektive/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 13:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Konzentration]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ca. zwei Wochen setzte langsam Panik ein angesichts meiner Erwartungen an den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Zeitgleich waren meine Freunde beschäftigt, so dass ich wenig aus dem Haus kam. Ich konnte täglich beobachten, wie es mir schlechter ging. Es musste was geschehen. Ich musste etwas dagegen unternehmen. Glücklicherweise fiel mir einen Abend ein Buch in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ca. zwei Wochen setzte langsam Panik ein angesichts meiner Erwartungen an den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Zeitgleich waren meine Freunde beschäftigt, so dass ich wenig aus dem Haus kam. Ich konnte täglich beobachten, wie es mir schlechter ging. Es musste was geschehen. <em>Ich</em> musste etwas dagegen unternehmen.</p>
<p>Glücklicherweise fiel mir einen Abend ein Buch in die Hand, dass ich aus den Augen und dem Sinn verloren hatte: &#8220;Gesund durch Meditation&#8221; von Jon Kabat-Zinn. Ich begann zu lesen und an einer Stelle machte es &#8220;Ding!&#8221; und der Groschen war bei mir gefallen: Mit einem Mal sah ich Meditation und viele Übungen aus meinem sechswöchigen Tagesklinikaufenthalt vor drei Jahren mit ganz anderen Augen.</p>
<p><span id="more-1126"></span></p>
<p>Bisher hatte ich Meditation und vergleichbare Übungen wie z.B. die Progressive Körperentspannung immer einzig und allein als ein Mittel betrachtet, Stress zu bekämpfen. Wenn ich aber deprimiert bin &#8211; oder gar wie zur Zeit nicht einmal arbeite &#8211; habe ich nie das Gefühl, im eigentlichen Sinn &#8220;gestresst&#8221; zu sein. Weshalb dann also Meditation oder Körperentspannungsübungen?</p>
<p>Irrtümlich hatte ich angenommen, Meditation müsse einem leicht fallen &#8211; schließlich sei es eine <em>Entspannungsübung</em>. Das Buch machte mir aber endlich klar, was ich missverstanden hatte: Es ist keine, sondern vielmehr ist Meditation eine Übung in <em>Konzentration</em>. Damit wurde mir endlich klar, warum ich meine Versuche zu meditieren als anstrengend empfand: Das ist es, wie es jedes Konzentratieren auf eine einzige Sache ist. Mir wurde damit auch klar, was das &#8220;Ziel&#8221; der Übung ist: eine bewusste Selbstwahrnehmung. Verkürzt und typisch esoterisch ausgedrückt: Es geht darum, wieder zu lernen, <em>sich selbst richtig wahrzunehmen</em>.</p>
<p>So verstand ich auch plötzlich besser, oder erinnerte mich wieder daran, was während der Übungen in der Tagesklinik eigentlich mit mir passiert war: Ich hatte dort gelernt, mich besser wahrzunehmen, und nicht mehr wie eine Maschine auf jeden Impuls mit einer automatischen un(ter)bewussten Handlung oder Gefühlsreaktion zu antworten. Vielleicht ist es das, was mir damals am meisten geholfen hat &#8211; und nicht, wie ich dachte, die Medikamentenbehandlung und das Gespräch mit anderen Depressionskranken.</p>
<p>Zwei Dinge hatten mich bisher abgehalten, mich dauerhaft mit Meditieren zu beschäftigen, obwohl ich mehrfach gelesen hatte, dass Meditation sehr gute Hilfe gegen depressive Zustände bietet: Zum einen, dass ich bei jedem Versuch glaubte, gescheitert zu sein, weil ich weder einen &#8220;meditativen&#8221; noch einen entspannten Zustand erreicht hatte, zum anderen, weil mir niemand erklärt hatte, warum es eigentlich helfen soll. Beides ist nun hinfällig: Ich war nie gescheitert &#8211; ich hatte Sinn und Zweck falsch verstanden. Und ich verstand, warum es helfen sollte: Es ist eine Übung, die mir hilft, die Automatismen abzustellen, die offenbar immer wieder in mein den Depressionen Vorschub leistendem Fehlverhalten münden, weil ich lerne, meine Gefühlsreaktionen bewusster wahrzunehmen &#8211; und sie einfach mal nicht zu beachten.</p>
<p>Seit dieser Erkenntnis folge ich dem Übungsprogramm des Buches und mache eine dreiviertelstündige Meditationsübung pro Tag. Mit einer Abwandlung: Statt der Meditation gehe ich auch (bisher zwei- bis dreimal die Woche) Laufen. Auch das gelingt mir nun leichter: Ich sehe als Ziel des Laufens nicht, schneller/länger/weiter zu kommen, wie ich es bisher immer tat, sondern ich betrachte es jetzt als &#8220;Laufmeditation&#8221; und versuche einfach, konzentriert regelmäßig zu atmen &#8211; während ich laufe. Der Trick für mich ist, dass ich damit nicht mehr das Gefühl haben muss, &#8220;gescheitert&#8221; zu sein, wenn ich mal nicht so lange laufe. Ist egal, darum geht es nicht: Hauptsache, ich habe versucht, mich auf das zu konzentrieren, was während des Laufens mit mir vorgeht &#8211; Ziel der Übung erreicht.</p>
<p>Das geht jetzt anderthalb Wochen sehr gut, und tatsächlich ist meine Panik vor dem Arbeitsantritt vergangen. Zum einen, weil die Übungen mir langsam beibringen, die aufkommenden Panikgefühle einfach als Körpersignal zu verstehen, sie wahrzunehmen und dann &#8220;vorbeiziehen&#8221; zu lassen. Zum anderen, weil das Laufen mich natürlich als Nebeneffekt(!) auch körperlich fitter macht, so wie mich die Meditation als Nebeneffekt auch (je nach Tag unterschiedlich stark) entspannt. Und <em>last but not least</em>: Ich habe endlich das Gefühl, ein Werkzeug, einen &#8220;Trainingsplan&#8221; gegen alles möglicherweise Eintretende gefunden zu haben, und damit der Zukunft nicht hilflos ausgesetzt zu sein.</p>
<p>Ich hoffe, diese neue Sicht der Dinge hält der Prüfung durch die Alltagsrealität ab kommenden Montag stand.</p>
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		<title>Frei Reisen</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 13:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor drei Monaten war ich 36 Jahre alt geworden, vor drei Tagen erhöhte mein Vater seinen Jahrestagzähler um eins auf sage und schreibe 70. Zu letzterem Anlass hat mich mein Vater für vier Tage nach Paris eingeladen, um ihn mit seiner Frau zu begleiten und gemeinsam am 22. den runden Geburtstag zu feiern. Für mich war dieser kleine Stadtbesuch auf vielerlei Weise ein Ereignis, das für immer einen besonderen Platz in meinem Gedächtnis behalten wird.</p>
<p><span id="more-632"></span></p>
<p>Dies ist zum Beispiel seit meiner Kindheit der erste Urlaub, den ich mit meinem Vater gemeinsam verbracht habe. Wir haben (gerade erst vor zwei Wochen) häufiger gemeinsam auch etwas längere Zeiträume miteinander verbracht, aber nicht in der besonderen Reisesituation, bei der man weg von dem Heimvorteil des einen oder des anderen auf neutralem Boden miteinander und mit der fremden Umwelt klarkommen muss.</p>
<p>Ich hatte Angst, entweder mich soweit zurückzunehmen, dass ich in meine alte und depressionsfördernde Kinderrolle zurückfallen könnte, oder als Gegenreaktion wie ein Pubertierender überaggressiv reagieren könnte, wenn ich aufs Kindsein reduziert würde. Doch nichts davon trat ein. Stattdessen ist es mir gelungen, meinen Vater und meine Stiefmutter sozusagen offenen Auges gegenüberzutreten und gefühlt gleichberechtigt zu erscheinen. Wann ich mich zu <em>behaupten</em> und wann <em>zurückzunehmen</em> hätte, war jeweils meine bewusste Entscheidung, und keine davon hatte ich zu bereuen.</p>
<p>Und dies zum ersten Mal seit Jahren <em>ohne Antidepressiva</em>! Dies war quasi die Reifeprüfung, ob ich &#8211; in diesem Fall meist &#8220;positivem&#8221; &#8211; Stress auch ohne medikamentöse Hilfe bewältigen kann, und so wie ich das sehe, habe ich die Prüfung bestanden.</p>
<p><em>Frei Reisen</em> also: frei von Medikamenten, frei von Ketten der Vergangenheit und, dank der Einladung, frei von dauernden finanziellen Bedenken.</p>
<p>Und vielleicht die letzte Reise frei von allgegenwärtigem Internet. Gerade stoße ich auf <a href="http://radar.oreilly.com/2009/08/touch-traveler-london-and-pari.html">einen kleinen Artikel zum Reiseerleben mit <em>nur</em>(sic) einem iPod Touch</a>:</p>
<blockquote>
<p>First off, the revelation (for me) was how much the Google Mobile Maps App on iPod Touch completely changes the equation when traveling.</p>
</blockquote>
<p>Eben. Denn was wäre geschehen, hätte ich an jedem Restaurant (<a href="http://comptoirparis.com/">zum Beispiel</a>), vor dem wir fragend standen, ob es wohl gut oder schlecht sein möge, danach <em><a href="http://www.google.com">googeln</a></em> können? Oder wie wären wir durch Paris spaziert, hätten wir dank(?) <a href="http://maps.google.com">Google Maps</a>  immer gewusst, <em>wo genau</em> wir uns gerade befanden? Hätten wir dann zufällig(!) das <em><a href="http://www.caveaudelahuchette.fr/">Caveau de la Huchette</a></em> entdeckt? Hätte uns die Spannung gefehlt, die uns (zumindest mich) bis zum Beginn des Auftritts verunsichert hat, ob wir es mit einem Tourispektakel oder tatsächlich mit <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Jazz#Les_lieux_mythiques_du_jazz">einem der geschichtsträchtigsten</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Veranstaltungsorten_des_Jazz#Frankreich">Veranstaltungsorte des europäischen Jazz</a> zu tun hätten?</p>
<p>Frei von Technik &#8211; wären unsere Digitalkameras nicht gewesen, die irgendwann anzufangen schienen, uns nicht die Augen für besondere Augenblicke zu öffnen, sondern zu verstellen. Wie ich schon auf dem Dockville Festival bemerkte: Entweder man <em>fotografiert</em> ein Festival, oder man <em>erlebt</em> es. Entweder man genießt den Anblick der Seine &#8211; oder man fotografiert ihn. Beides gleichzeitig geht nicht. Dies ist ja wohl auch der Grund, warum Fotografen irritiert reagieren, wenn man sie fragt, ob sie bei erotischen Aufnahmen irgendwie selbst erregt würden. Entweder man beschäftigt sich mit der Sache an sich &#8211; oder dem Schaffen eines Bildes davon. Freilich gelingt letzteres nur, wenn man zuerst ersteres getan hat. Aber ich schweife ab&#8230;</p>
<p>&#8230;wenn auch nicht ganz &#8212; denn was mir in diesen viereinhalb Tagen wieder bewusst geworden ist: Ich muss einfach <em>bei mir selbst</em> sein, <em>bei der Sache sein</em>, und es geht mir besser.</p>
<p>Sofern ich frei reise. Was wird sein, wenn ich demnächst wieder nicht ganz so frei arbeiten&#8230; muss/darf/möchte&#8230; &#8212; werde?</p>
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		<title>Achtung, Achtsamkeit!</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 00:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt mindestens zwei Dinge, die mich dauerhaft auf eine Weise geprägt haben, dass es ausgeschlossen war, der Welt mit größerem Vertrauen entgegenzukommen: Von dem Bedeutenderen der zwei Dinge will ich nicht anfangen &#8211; und werde ich wohl nie, aus Respekt vor den Beteiligten, aus Ehrfurcht und Liebe. Der zweite Grund ist der frühe Umgang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt mindestens zwei Dinge, die mich dauerhaft auf eine Weise geprägt haben, dass es ausgeschlossen war, der Welt mit größerem Vertrauen entgegenzukommen: Von dem Bedeutenderen der zwei Dinge will ich nicht anfangen &#8211; und werde ich wohl nie, aus Respekt vor den Beteiligten, aus Ehrfurcht und Liebe. Der zweite Grund ist der frühe Umgang mit dem, was man unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik">Esoterik</a> zusammenfassend bezeichnet hat.</p>
<p>Es wird zahlreiche Menschen in meinem Alter geben, die in einem Elternhaus aufgewachsen sein mögen, in dem in irgendeiner Weise ein Teil des Lebens durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Esoterik">ein Teilgebiet jener Esoterik</a> geprägt war, sei es, dass sie als Kinder zu Homöopathen statt &#8220;normalen&#8221; Ärzten geschickt wurden, bei Krankheiten anders als andere mit Akupunktur behandelt wurden, aus dem ein oder anderen Grund mit dem Geruch von abbrennenden Räucherstäbchen aufwuchsen, oder ein Elternteil an die Aussagen von Astrologen oder Kartenlegern glaubte, oder der Wirkung der &#8220;Strahlung&#8221; bestimmter Edelsteine etc. pp. Allen dürfte gemein sein, dass sie in Kontakt mit dieser, sagen wir, &#8220;Glaubensrichtung&#8221; kamen durch ihre &#8220;Gläubigen&#8221;.</p>
<p>Bei mir lag die Sache aber etwas anders&#8230;</p>
<p><span id="more-526"></span></p>
<p>Mein Vater &#8220;glaubte&#8221; nicht an Esoterik. Er &#8220;machte&#8221; sie. Weil er sie journalistisch publik machte. Und hinterfragte sie jedoch zur selben Zeit &#8211; weil er es als seine journalistische Pflicht auffasste. In einer Zeit, in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur">Akupunktur</a> aber weit entfernt davon war, von Krankenkassen bezahlt und von westlichen Medizinern als wirksam anerkannt zu werden, bedeutete das auch, mit einem Vater zu leben, der sich und sein &#8220;Geschäft&#8221; ständig rechtfertigen musste, und dies, für mich als Kind häufig auch zur Unzeit, auch regelmäßig tat. So kam es, dass ich früh lernen musste &#8211; vielleicht sollte ich sagen: durfte &#8211; was später <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_X-Files">Mulder und Scully</a> auf ihre Art in die weite Öffentlichkeit trugen: &#8220;Traue niemandem!&#8221;</p>
<p>Mit dem Vater als Herausgeber einer, wenn nicht gar <em>der</em> führenden Zeitschrift für Esoterik musste ich bald lernen, dass Themen der Zeitschrift von den Massenmedien in unsachlichster Weise verunglimpft wurden. Dass also selbst der seriösesten Presse und vor allem dem Fernsehen besser in keinster Weise zu trauen ist. Zugleich natürlich, dass selbst vermeindlich objektive Wissenschaft sehr unsachlich werden konnte, wenn es an ihre Grenzbereiche geht.</p>
<p>Kurz gesagt: Ich musste lernen, Kind eines Freaks zu sein. Da ich mit wachsendem Alter selbst zum Ausgestoßenen wurde &#8211; aus ganz anderen Gründen &#8211; begann ich, diese Rolle zu hassen. Und damit alles, was mit dem Anormalen zu tun hatte, das mein Vater sich zu verteidigen auf die Fahnen geschrieben hatte. Wider den positiven Erfahrungen, die ich persönlich mit Vertreter(inn)en dieser &#8220;Zunft&#8221; auf die ein oder andere Weise gemacht hatte.</p>
<p>Damit willkommen in der Gegenwart: Wenn ich heute lese, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meditation">Meditation</a> gegen Depression hilft (z.B. <a href="http://www.gutefrage.net/frage/hilft-meditation-gegen-depression-und-wenn-ja-welche-art-der-meditation">wie hier</a>), dann fängt mein Magen an, Purzelbäume zu schlagen. Denn da wäre zum einen &#8220;der brave Sohn&#8221;, der gelernt hat, dass auch und vielleicht gerade weniger bekannte oder abseitige Praktiken helfen können &#8211; wogegen unmittelbar &#8220;der pubertierende Ich-bin-gegen-Alles-wofür-meine-Eltern-stehen-Rebell&#8221; sofort Sturm läuft mit dem fadenscheinigen Argument, ich würde so werden, wie mein Vater.</p>
<p>Wenn ich darüber nachdenke, warum ich jemals zugelassen habe, Psychopharmaka in mein Leben zu lassen, dann muss ich mir eingestehen: Ich war froh, etwas Handfestes zu haben, und damit auch noch gleich den Geistern meiner Jugend eins auszuwischen. Wenn ich jetzt feststellen muss, dass die Psychopharmaka (bei mir!) nicht so wirken wie gewollt, und ich gleichzeitig beginne, ihre negativen Nebeneffekte mehr und mehr zu be- und verachten, regt sich bei mir sogleich das Bewusstsein, dass ich das schon von jeher geahnt habe und man der westlichen Standardmedizin eh&#8217; nicht trauen soll. Und bin pkötzlich gefühlt in meiner Pubertät angelangt und 16 Jahre alt.</p>
<p>Mein Vater ist jetzt zu Besuch. Sozusagen im Gepäck hatte er für mich ein Buch, in dem die Praktiken der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit">Achtsamkeit</a> als wirksame Hilfestellung für die Bewältigung von Krankheiten beschrieben werden, die das Leben des Betroffenen in negativer Weise bestimmen. Als ich die vergangenen zwei Abende die ersten Kapitel las, begann sich mir mein Magen, wie ich annehme angesichts der notwendigen Konsequenzen, zusammenzuziehen und zu rebellieren, denn die einzige Konsequenz wäre: Beginne zu meditieren, sei weise, konzentriere Dich auf das, was Du gerade tust, sei aufmerksam, bleibe ruhig, bedacht.</p>
<p>Warum mich dieser Gedanke so angreift? Weil ich seit ich klein bin, mich immer dazu verdammt fühlte, einmal ein weiser besserer Mensch zu werden, als die hirnlose Masse da draußen &#8211; ich aber immer ein gänzlich weisheitsbefreiter Hedonist sein wollte, der den leiblichen Genüssen fröhnt, die ihm bis zu diesem Tag weitestgehend vorenthalten blieben!</p>
<p>So, wie ich bei dem Vorschlag, mehr Sport zu treiben, nicht mit dem Sport Treiben hadere, sondern mit der <em>Idee</em>, die dahinter steckt &#8211; in der <em>taz</em> las ich im Zusammenhang mit Sarkozys Zusammenbruch treffend von &#8220;Körpermanagement&#8221; &#8211; so hadere ich bei Meditation und Achtsamkeit nicht mit der &#8220;Tätigkeit&#8221;, sondern mit etwas ganz anderem: mit dem notwendigen Eingeständnis, dass ich <em>nötig</em> habe, eine Form von &#8220;Kopfmanagement&#8221; zu betreiben, die andere anscheinend nicht nötig haben, die erfolgreich im Leben herumhuren und bekommen, was sie (nicht) verdienen, während ich sozusagen ins Kloster soll, um ein <em>achtsamer</em> und damit &#8220;besserer&#8221; Mensch zu werden.</p>
<p>Es steht fest: Solange ich nicht in der Lage bin, diesen Widerspruch, diesen <em>an-gewachsenen</em> Kulturkampf für mich zu lösen, solange bekomme ich, was ich verdiene.</p>
<p>Depressionen.</p>
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