Mai 17 2010

Lebenszeitprävalenz

Dies ist heute auf gewisse Art einer dieser gefährlichen Tage. Diese alltäglich Scheinenden, an denen nichts Spezifisches zu tun ist, keine Aufgabe erledigt werden muss und nichts passiert, an denen ich mich nicht wirklich depressiv fühle, weil mein Zustand so sehr der – vermutlich Mis- – Stimmung so vieler vergangener Jahre gleicht, dass ich ihn schon gar nicht mehr als anormal empfinde.

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Mrz 16 2010

Es funktioniert – nicht

Es ist, wie ich erwartet habe – Dinge, die ich bisher nicht getan habe, werden im Beisein meines Vaters nun irgendwie getan. Durch meinen Vater. Oder durch meine Hand, weil ich mich vor ihm schämen müsste, versuchte ich nicht wenigstens, die Dinge abzuarbeiten, die ich erklärtermaßen erledigen will (oder aus finanziellen oder anderen Gründen schlicht muss).

Aber all das lasse ich nur geschehen in der vagen Hoffnung, dass es mir die Arbeit das Leben in ein paar Tagen vielleicht leichter macht. Aber keines der erreichten “Ziele” lässt mich jubeln. Es ist das Gefühl, das man hat, wenn man eine Pflicht so gerade noch erfüllt hat, eher schlecht als recht: das bisschen Erleichterung, wenigstens nicht zugeben zu müssen, aufgegeben zu haben, aber ohne Überzeugung.

Es ist alles hohl. Die Aufgeräumtheit meiner Wohnung ist ein Bühnenbild für meinen Vater, aber kein Spiegelbild meiner selbst. Die dreckigen Ecken, die irgendein Teil meiner Wahrnehmung bisher einfach ausgeblendet hat, sind nun auch für andere nicht mehr zu sehen, aber ich komme mir weiter dreckig vor, als würde ich verrotten.

Ich habe zu tun, das ist wohl besser so. Aber ich tue es mit meinem Vater, in einem Zustand, in dem ich mich wie der 14-Jährige fühle, der ich mal war. Alles ist Anspannung. Ich träume wieder dieselben Alpträume. Ich will weg.

Aber ich bin immer noch zuhause.


Mrz 10 2010

Für mich

Mein Vater wird mich besuchen kommen, nachdem ich den eigentlich geplanten Besuch bei ihm für diesen Urlaub abgesagt habe. Außer dass wir uns sehen können, dient der Besuch dazu, mir dabei zu helfen, die Dinge erledigt zu bekommen, die ich eigentlich schon in der vorigen Woche hatte erledigen wollen.

Das wird dann vermutlich auch funktionieren. Aber nicht etwa, weil man zu zweit doppelt so viel schaffen kann – das Problem ist eigentlich gar nicht, dass soviel zu tun wäre. Hätte ich die Dinge einfach eins nach dem anderen abgehakt, es wäre in der Woche zu bewerkstelligen gewesen.

Wie mir gerade durch den Kopf geht: Ich werde die Dinge dann erledigen, weil ich es quasi für meinen Vater tue. Er ist extra angereist, ich muss mich zusammenreißen, er soll sehen, dass es vorwärts geht. Wie mir wieder mal bewusst wird: Ich kann sehr gut Dinge für andere erledigen; nur nicht für mich.

Als wäre ich mir den Aufwand nicht wert. Als hätte ich mich schon aufgegeben.


Mrz 9 2010

Besser(?)

Das Fragezeichen musste ich jetzt doch noch anfügen. Trotzdem, es geht mir wieder etwas besser als noch vor ein paar Tagen.

Viel getan habe ich nicht dafür. Ich denke, entscheidend war, dass ich nach dem Tiefpunkt und dem Blogeintrag schließlich nur noch sagte: “Scheiss auf den verdammten Urlaub, ist ohnehin gelaufen.” – was mich von dem (eingebildeten) Zwang befreit hat, unbedingt etwas Großartiges anstellen zu müssen. Damit konnte ich mich dann den “unwichtigen” Dingen widmen: etwas Aufräumen, eine Nacht durchmachen, um die Oscarverleihung anzusehen, meinen Windows 7 Desktop einrichten, endlich eine To Do-Liste schreiben – und ihrer drögen Realität ins Angesicht schauen… Kleinkram, aber Dinge, die mir halfen, mich wieder etwas zu sammeln.

Vielleicht gelingt es mir, langsam die eigentlichen Versäumnisse wiedergutzumachen: das Meditieren wieder aufzunehmen, mich mehr zu bewegen, wieder vernünftiger zu essen.

Leider ist das klingt das ekelhaft langweilig. Aber das ist nunmal der Stand der Dinge für mich, wie es scheint, ob ich das nun wahrhaben will oder nicht. Geduld und Disziplin. Ogottogott!

Disziplin, Exzess, Geduld, Impulsivität… Dazu muss ich mal etwas Längeres schreiben.

Danke für Eure Aufmerksamkeit.