Drei Wochen
Jetzt sind es schon drei Wochen, die ich wieder am Arbeitsleben teilnehme, und bis auf eine Andeutung, dass es auch mal nicht so rund läuft habe ich mal wieder fast nichts darüber verraten, wie es mir damit eigentlich geht…
Der wichtigste Grund für mein “Schweigen” – das wird mir gerade bewusst, während ich das schreibe! – ist wohl, dass ich mich offensichtlich schwer tue, so etwas wie “Normalität” oder “Alltag” als etwas Gutes zu begreifen – selbst wenn ich mir diesen Zustand über ein halbes Jahr lang erkämpfen musste und ja auch spüre, dass mir die letzten drei Wochen gut getan haben…
Denn das kleine Stückchen Ordnung, das mein Bürojob so mit sich bringt und das man landläufig als “Alltag” bezeichnet, hilft ja: Ich stehe (mehr oder weniger) regelmäßig morgens früh auf, was mit sich bringt, dass mir in der Regel spätestens kurz nach Mitternacht die Augen zufallen. Und ich esse regelmäßig und pünktlich etwas Warmes zu Mittag. (Für Nichtbetroffene mag es merkwürdig sein, solche Selbstverständlichkeiten als Fortschritt darzustellen – aber ihre Bedeutung wird deutlich, wenn man sich bewusst macht, dass Schlafstörungen und Appetitlosigkeit mit die ersten Symptome (m)einer Depression sind!)
Und da ist noch gar nicht mit berücksichtigt, was der tägliche Kontakt mit Freunden und Kollegen mir gibt, und die positiven Rückmeldungen auf meine Arbeit – auf die man mich allerdings offenbar auch erst mit dem Zaunpfahl winkend aufmerksam machen muss, damit ich sie mitbekomme.
Es ist also eigentlich erstaunlich – und für mich, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, sehr befremdlich – dass ich hier nicht einfach schreiben kann: “Hey, es geht mir richtig gut!”
Vielleicht liegt es daran, dass ich bei jeder Meditationsübung – die ich, toi toi toi, weiter täglich mache – feststellen muss, wie sehr sich meine Gedanken noch immer um Ängste und Probleme in Verbindung mit meiner Arbeit drehen, dass ich noch immer nicht “loslassen” und einfach mal zufrieden mit meinem Tagewerk sein kann.
Vielleicht liegt es daran, dass ich beobachte, dass ich trotz nur halbtägiger Beschäftigung langsam wieder anfange, Schwierigkeiten mit der Koordination meines Alltags zu bekommen: Ich koche seltener selbst, mein Bio-Gemüse-Abo, das mir geholfen hatte, gesünder – gemüsereicher – zu essen, musste ich abbestellen, da die Lieferzeit nicht hinkam, und noch zahlreiche andere Kleinigkeiten dieser Art…
Vielleicht Ich denke Es liegt aber letztendlich an etwas anderem, wenn ich ehrlich bin. Das ist etwas Grundlegendes, und heute will ich darüber nicht mehr nachdenken. Tut mir leid, lieber Leser.
Aber dafür darf ich die drei Wochen nach diesen Gedanken positiv zusammenfassen: Mir geht’s gut!
Danke der Nachfrage.