Mai 23 2010

Worte zum Sonntag (#29)

Warum ich das hier immer erst auf den letzten Drücker zusammenschreibe? Ist jedenfalls einmal mehr einigermaßen gutgegangen.

Schönen Pfingstsonntag.


Mrz 24 2010

Apophenia

Mir fällt kein anderer Titel ein. Mir fällt eigentlich gar nichts dazu ein, dass ich gestern wieder krankgeschrieben wurde. Wegen Depression. Wieder. Arbeiten – ging nicht.

Gestern wurden die Ergebnisse einer Studie online, über Zeitungen und Radio- wie Fernsehnachrichten verbreitet: Jede zehnte Krankschreibung aufgrund psychischer Probleme

Kein Zusammenhang. Apophänie.


Mrz 21 2010

Im Konjunktiv

Ich war vorhin doch noch etwas in der Sonne spazieren. Dabei fiel mir ein Zitat wieder ein, das mir letztens untergekommen ist:

It is never to late to become what you might have been. George Elliot

Eine Aufstellung meiner einstigen Traumberufe nach Jahren:

1982: Privatdetektiv; 1989: Filmregisseur; 1991: Schriftsteller; 1993: Journalist vs. Bildender Künstler; 1995: Professor für Kunstgeschichte; 2000: Webdesigner; 2007: Fotograf.

Anderes, das ich irgendwann mal sein wollte:

Cowboy; selbstbewusst; Liebhaber; gebildet; Vorbild; gerissen; Bakushi/Nawashi; Zorro; unsichtbar; Fotoreporter in Krisengebieten; weise; Computerspieldesigner; zügellos; berühmt; Han Solo; deutscher Squash-Meister; Top; hilfreich; Goth; kreativ; Grafikdesigner; muskulös; besser; Hacker; chaotisch neutral; Karate Kid; Drehbuchautor; frei unabhängig; jemand anderes

Und, was jetzt?


Mrz 19 2010

Nolife

Mein Vater ist bereits gestern und auf meine direkte Bitte früher als ursprünglich von ihm gedacht wieder abgereist. Ich fühlte, ich brauche ein paar Tage, in denen ich wieder auf mich allein gestellt bin, um die Fallhöhe zu verringern, bevor ich Montag wieder meine geregelte Arbeit aufnehmen werde.

Das wird mir dennoch schwer genug fallen. Wenn ich eine Psychoanalyse beginne, bedeutet das, drei bis vier Mal pro Woche einen einstündigen Termin neben der Arbeit fest einplanen zu müssen. Plus Anfahrtszeiten, also eigentlich zwei Stunden. Selbst wenn es mir gelingt, die Termine ausreichend spät zu legen, wird das anstrengend. Und dann heißt das vielleicht, doch wieder eine 6-Stunden-Arbeitszeitregelung zu beantragen – mit allen Konsequenzen, die dieser “Sonderstatus” mit sich bringen würde.

Und das sind zwei Stunden, die ich für eine Therapie aufbringe. Nicht damit, wozu sie mir verhelfen soll: wieder ein eigenes (Privat-)Leben zu finden.

Anfang des Jahres hatte ich noch die versteckte Hoffnung, vielleicht einen ähnlichen Aufschwung zu erleben wie vor drei Jahren nach meiner ersten langen “Auszeit”. Es war ein anderes Leben, es war mein Leben damals. Ich würde sagen, ich war endlich einmal ich selbst – also “ein anderer” als jetzt – aber das wurde mir ja auch schon als manische Phase ausgelegt…

Ich habe also einmal vom Leben gekostet, einmal eine Einstellung zu mir und den Menschen um mich herum gefunden, die mich alles mit mehr Freude und Offenheit, mit weniger Zweifeln und Befürchtungen machen und betrachten ließ. Aber eine Reihe von, sagen wir, “Misserfolgen” ließ mich all das wieder “verlernen”.

Ich habe praktisch kein Leben mehr, auch weil ich es meide. So wie ich meinen Vater wegschicken muss, weil mein Innenleben schon wegen der Erinnerungen rebelliert, die mit seiner reinen Anwesenheit verbunden sind, so schrecke ich auch häufig die Verabredung mit Freunden – nicht ihretwegen, sondern wegen meiner Probleme. Zum Beispiel, weil ich in depressiv angeschlagenem Zustand meine Schwierigkeiten habe, (hoffentlich) glückliche Familien oder, wenn es mir schlechter geht, schon einfach ein zu fröhliches Kind um mich zu haben, ohne auszuticken… Aber wer soll das nachvollziehen können? Zumal ich es ja eigentlich auch niemandem erkläre. Ich vergesse ja auch, es mir selbst immer wieder klar zu machen, so, wie ich meine Gefühle oder mein Verhalten “vergesse”.

Aber jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss einen Therapieplatz finden…