Zur Zeit fehlen mir die Worte, um so recht zu beschreiben, was in mir vorgeht. PEBKAC, sozusagen. Stattdessen will ich Daniel Kahneman das Wort überlassen – zu in etwa demselben Thema, das ich Über “Morgen” betitelt habe, obwohl es doch allein um meine Erinnerung ging:
Über die Schaltfläche “View subtitles” können auch deutsche Untertitel eingeblendet werden. Das Video gibt es außerdem auch frei in HD über den TED-Kanal in Miro.
Ohne lange Vorrede, die meiner Meinung nach bemerkenswerten Nachrichten der vergangenen Woche in umgekehrter chronologischer Reihenfolge (älteste zuletzt):
Warum ist Mama so traurig? – “Depressionen sind eine Krankheit, unter der auch Angehörige leiden, besonders Kinder. 600 000 Jungen und Mädchen in NRW wachsen mit mindestens einem psychisch kranken Elternteil auf.”
“Wunder oder medizinische Lücke? Eine 13-jährige Kroatin aus Knin erwachte nach 24 Stunden Koma und spricht seitdem fließend deutsch. Das berichtet die britische Zeitung Telegraph.”
2 Uhr werde ich wach erleben. Die Uhren, die zu dumm sind, sich selbst zu stellen, kann ich gleich selbst richtigstellen.
Ich wünschte, das gelänge mir mit mir selbst.
Ich jedenfalls gehe nicht mehr richtig. Ganz offensichtlich bewegt sich ein Teil von mir weit in der Vergangenheit. Der andere Teil fürchtet sich vor der Zukunft.
Es ist tatsächlich so, die Zeit vergeht die letzten Tagen anders. Sie verrinnt nicht, sie verschwindet, springt, oder bleibt stehen. Vielleicht liegt es daran, dass mein Gedächtnis sich weigert, sich an Stunden sinnlosen Dahinvegetierens zu erinnern, wenn ich wie jetzt, inzwischen mitten in der Nacht, ein wenig wacher werde. Wenn ich plötzlich etwas will nach all dem Weder-Wollen-Noch-Können, sei es etwas Essen, weil ich den Hunger wieder spüre, oder Schreiben, weil ich wieder – denken kann.
Wenn ich Psychiater anrufe oder anschreibe, habe ich immer mein Notizbuch bei mir liegen, damit ich nachsehen kann, falls ich eine Jahreszahl brauche oder einen Zeitraum. Ich habe die Zahlen schon so oft wiederholt, und meine Erinnerung versagt dennoch ihren Dienst.
Die Worte zum Sonntag haben sich inzwischen zu so etwas wie einem Ritual für mich entwickelt, einer wöchentlichen Mahnung, dass ich nicht vergesse, mit welcher Krankheit ich mich auseinandersetzen muss. An Tagen, an denen ich mit dieser Krankheit ohnehin schon wieder mehr zu schaffen habe, als ich möchte, gibt mir diese gewollte Pflichtaufgabe eine Gelegenheit, einen Schritt zurückzutreten.
“Entirely different signal paths and parts of the brain are involved when you try to remember something and when you just happen to remember something, prompted by a smell, a picture, or a word, for instance.” – Pressenachricht zum Ergebnis einer schwedischen Dissertation
Anti-Depressiva erhöhen Risiko für Grauen Star. (Darunter auch das interessante Detail (wenn es denn so stimmt): “SSRI sind die in der Welt am dritthäufigsten verschriebenen Medikamente.”)