Okt 26 2009

Forschung zum Zweiten: Folsäure

Passend zum heute Vormittag Geschriebenen erreicht mich via RSS die Nachricht von einer weiteren Wunderwaffe gegen Behandlungsmöglichkeit bei Depression: Folsäure (engl.: folate).

Der Psychcentral-Artikel ist zwar kaum verborgene Werbung für das Medikament Deplin – der gesamte Artikel geht laut Disclaimer auf eine Informationsveranstaltung des Herstellers des Medikaments bzw. medical food, der Firma Pamlab, zurück. Dennoch will ich ihn verlinken, denn laut Artikel und den auf der Website aufgeführten Forschungsberichten verbessert L-Folsäure die Wirkung von Antidepressiva.

Was ich daran so interessant finde, ist die Denkweise, die ich bei den dort Forschenden durchscheinen zu sehen glaube. Ich möchte es mal so formulieren: Wenn ein Antidepressivum nicht wirkt, sollte man dann ein Problem beim Behandelten suchen – oder bei dem Medikament?!?

Jeder Wissenschaftler wird natürlich sagen, dass sie weder das eine noch das andere täten: Es ist schließlich Wissenschaft, man würde alle Hypothesen prüfen. Doch mal ehrlich: Angesichts der Kosten solcher Forschungen, und den Firmen, die sie bezahlen, welcher Richtung wird wohl eher nachgegangen? Ich denke nicht, dass es Zufall ist, dass man mal schaut, was man mal noch so “einwerfen” kann, um die Ergebnisse der Antidepressiva zu verbessern, um dann z.B. mit L-Folsäure-Tabletten auf den Markt zu kommen…

Das zweite Zeitgeist-Problem, das ich hier noch am Werk sehe, und sich in dem Begriff medical food bzw. dem (von dort verlinkten) functional food äußert: Warum soll man Tabletten nehmen, statt lieber gesünder essen, so dass der Körper selbst ausreichend L-Folsäure aus den Grundstoffen erarbeiten kann? (Eine Frage, die man offensichtlich generell stellen muss, denn in einigen Ländern wird Folsäure bereits künstlich Nahrungsmitteln beigefügt.)

Ich habe mich für heute jedenfalls genug geärgert gewundert. Ich esse jetzt gleich erstmal einen schönen Salat aus den Zutaten meiner Biokiste. Kann ich nur empfehlen!