Okay, schwierig… I love the whole world! ist ein Satz, der mit angesichts der zahlreichen teils jeden Tag wieder ausgeschöpften Möglichkeiten, die Menschen erfunden haben, sich gegenseitig möglichst unglücklich zu machen – im Zweifelsfall durch Verhungern Lassen oder einfaches Erschießen – schlicht nicht über die Lippen kommen will. Und sei es nur über die “Lippen” der vor mir liegenden Tastatur…
Passenderweise an einem Tag, an dem man sich weigern will, überhaupt irgendeine Bewegung zu tätigen, da sie bei 21°C und gefühlten 200% Luftfeuchtigkeit zu den unangenehmsten Schweissausbrüchen führen, stoße ich auf eine sehr schöne Wortprägung, welche ich im Titel ins Deutsche zu übertragen versucht habe:
Das ist die treffendste Beschreibung einer Geisteshaltung, die mir selbst immer wieder zum Verhängnis wird. Der sprechendste Name für eine Pseudo-Einstellung, an der ich ganz privat kranke. Vermutlich aber auch die gesamte Gesellschaft. Ich rede jetzt mal nur von mir.
Der einzige Trieb, der bei mir in seinem eigentlichen Sinne funktioniert, indem er mich antreibt, ist die Neugier.
Ein Stück neuer Selbsterkenntnis: Das Einzige, von dem ich weiss, dass es mich dazu antreibt, etwas ganz allein von mir aus zu unternehmen, ist Neugierde.
Sprache ist schön. “Neugier” zum Beispiel ist zusammengesetzt aus den Worten “Neu” und “Gier”. Es findet sich im Begriff bereits die Veranlagung der Neugier zum Suchtartigen. Denn so kenne ich es von mir: Solange etwas neu ist, bin ich dabei. Wird es “alt”, verliere ich das Interesse, verliere ich den An-Trieb.
Bloß keine Routine!
Es erklärt meine Begeisterung für das Internet: Das Neue ist nur einen weiteren Klick entfernt! Das Unbekannte kann mit etwas Suchen Kennengelernt, die Neugierde befriedigt werden. Und niemanden interessiert es, wenn ich nach meiner “Befriedigung” einen Abgang mache.
Ohne Neugier – das heisst, ohne Neues – bin ich antriebslos. “Antrieb” ist noch so ein Wort, welches dieses inheränte Wissen der Sprache offen vor sich her trägt: Es ist natürlich verwandt mit dem “Trieb”, also dem unbewussten Etwas in uns, das uns Lust auf etwas empfinden lässt.
Antriebslosigkeit ist ein Symptom von Depressionen. Um sie zu bekämpfen – ich nehme an, sowohl die Symptome als auch die Antriebslosigkeit – empfiehlt man mir, folgende Dinge zu tun: einen festen Tagesablauf einhalten, sich regelmäßig und gesund ernähren, regelmäßig etwas Sport treiben.