Mai
16
2010
Verschlafen, zwischen Formel 1 im TV und anklagend scheinendem Sonnenschein draußen hier in aller Kürze wieder Lesenswertes aus dem Internet dieser Woche rund um die Themen dieses Blogs:
Schöne verbleibende Sonntagsruhe.
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Sep
27
2009
Telepolis berichtet über einen Artikel des Public Library of Science Medicine Journals:
Den Redakteuren zufolge belegen diese Dokumente, dass Wyeth spezialisierte Unternehmen wie DesignWrite, nach eigener Darstellung der “Marktführer in medizinischer Kommunikation”, damit beauftragte, Artikel nach eigenen Wünschen anzufertigen. Erst anschließend seien akademische Autoren gesucht worden, unter deren Namen die Studien veröffentlicht werden konnten. Die Namen der eigentlichen Verfasser würden in den Veröffentlichungen nicht mehr vorkommen.
Das scheint allerdings verbreitete Praxis zu sein, wie der Artikel weiter ausführt:
Redakteure von JAMA haben 1998 zusammen mit Wissenschaftlern die Ergebnisse einer Befragung [extern] veröffentlicht, derzufolge 19% der untersuchten medizinischen Arbeiten Gastautoren aufwiesen, 11% Ghostwriter und 2% beides.
Weshalb ich das in einem Depressionsblog veröffentliche? Antidepressiva sind ein riesiges Geschäft. Dennoch sind ihre Wirksamkeit und Wirkmechanismen weiter umstritten, ihre Nebenwirkungen sind teils massiv. Nichts ist also wichtiger, als eine fundierte, wissenschaftlich-objektive Diskussion über diese Medikamente und den Umgang mit ihnen.
Wenn man jedoch den diesen Diskussionen zugrunde liegenden vermeindlich wissenschaftlichen Publikationen nicht vertrauen kann, weil nicht einmal ihre Autorenschaft nachvollziehbar ist – was bedeutet das dann für die aus ihnen geschlussfolgerten Erkenntnisse und darauf basierenden Entscheidungen – nicht zuletzt auch für die Arzneimittelzulassung?
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Aug
26
2009
Laut einem hervorragenden Wired-Artikel kommen die Pharmakonzerne zunehmend in Schwierigkeiten, einen erfolgreichen Nachweis für die Wirksamkeit ihrer Medikamente zu liefern. Selbst vermeindlich erfolgreich getestete und bereits zugelassene Medikamente schneiden in aktuelleren Untersuchungen immer häufiger schlechter ab.
Grund sind Erkenntnisse zum Placebo-Effekt, der in früheren Jahren unzureichend berücksichtigt wurde – in neueren Studien aber häufiger nachgewiesen wurde und deshalb statistisch betrachtet zuzunehmen scheint.
Zwei für mich zentrale Aussagen des Artikels:
the body’s response to certain types of medication is in constant flux, affected by expectations of treatment, conditioning, beliefs, and social cues.
Und:
The litmus test of drug efficacy in antidepressant trials is a questionnaire called the Hamilton Depression Rating Scale. The HAM-D was created nearly 50 years ago based on a study of major depressive disorder in patients confined to asylums. Few trial volunteers now suffer from that level of illness. In fact, many experts are starting to wonder if what drug companies now call depression is even the same disease that the HAM-D was designed to diagnose.
Gerade Antidepressiva und Psychotherapie sind also von den neuen Erkenntnissen besonders getroffen.
Für mich sagt der Artikel deutlich aus, was ich bereits immer gefühlt habe: Ein guter Arzt, der einem zuhört und Vertrauen in die Zukunft vermittelt, ist mindestens soviel oder vermutlich sogar mehr wert als ein einigermaßen wirksames Antidepressivum. Und je besser es einem geht, um so mehr sollte man auf seine Selbstheilungskräfte vertrauen.
via BoingBoing
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Jul
6
2009
Gerade über den tagesschau.de-Ticker gelaufen: Abrechnungstricks der Apotheker mit Medikamenten.
Ich würde das nicht weiterleiten, wenn ich nicht schon mehrfach von Apothekern gefragt worden wäre, ob es mir denn etwas ausmachte, wenn ich zwei kleine Packungen bekäme, die große müsse man erst bestellen und sei manchmal gar nicht vorrätig(!).
Das erklärt also das. Wieder was gelernt.
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