<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>nullwert &#187; Psychiatrie</title>
	<atom:link href="http://nullwert.de/tag/psychiatrie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://nullwert.de</link>
	<description>Leben und Erleben mit Depression</description>
	<lastBuildDate>Sat, 25 Jun 2011 15:44:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.3</generator>
		<item>
		<title>Kein Gefängnis</title>
		<link>http://nullwert.de/2010/09/06/kein-gefangnis/</link>
		<comments>http://nullwert.de/2010/09/06/kein-gefangnis/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 10:02:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie/Psychiatrie/Neurologie]]></category>
		<category><![CDATA[Behandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Charité]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nullwert.de/?p=2119</guid>
		<description><![CDATA[Meine tageszeitung veröffentlichte heute mit dem Montagsinterview ein Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Heinz, Leiter der Psychiatrie der Charité Mitte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine <em><a href="http://www.taz.de/">tageszeitung</a></em> veröffentlichte heute mit dem <a href="http://www.taz.de/1/berlin/berliner-koepfe/artikel/1/wir-sind-ein-krankenhaus-und-kein-gefaengnis/" title="Wir sind ein Krankenhaus und kein Gefängnis">Montagsinterview</a> ein Gespräch mit <a href="http://www.charite.de/psychiatrie/mitarbeiter/heinz.html">Prof. Dr. Andreas Heinz</a>, Leiter der <a href="http://www.charite.de/psychiatrie/index.html">Psychiatrie der Charité Mitte</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nullwert.de/2010/09/06/kein-gefangnis/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Es geht &#8211; langsam &#8211; voran</title>
		<link>http://nullwert.de/2010/04/02/es-geht-langsam-voran/</link>
		<comments>http://nullwert.de/2010/04/02/es-geht-langsam-voran/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 10:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agomelatin]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Ambulanz]]></category>
		<category><![CDATA[Medikation]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiater]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nullwert.de/?p=1720</guid>
		<description><![CDATA[Auf die Frage von vorgestern gab es eigentlich nur eine mögliche Antwort, die ich beim Schreiben bereits kannte. Doch ich wollte erst sehen, ob ich am nächsten Morgen wirklich über meinen eigenen Schatten springen können würde. Und ich konnte. Nach kurzen vier Stunden Schlaf bin ich Donnerstag um 9 Uhr zur Psychiatrischen Institutsambulanz des Schön [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://nullwert.de/2010/03/31/was-geht/" title="Was geht?">die Frage von vorgestern</a> gab es eigentlich nur eine mögliche Antwort, die ich beim Schreiben bereits kannte. Doch ich wollte erst sehen, ob ich am nächsten Morgen wirklich über meinen eigenen Schatten springen können würde. Und ich konnte. Nach kurzen vier Stunden Schlaf bin ich Donnerstag um 9 Uhr zur <a href="http://www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/eil/faz/psychiatrie/">Psychiatrischen Institutsambulanz des Schön Klinikums Hamburg-Eilbek</a> aufgebrochen.</p>
<p><span id="more-1720"></span></p>
<p>Dort nahm man meine Probleme entgegen meinen Befürchtungen ernst, ohne mich gleich für völlig irre zu erklären und in eine Gummizelle zu stecken (so meine völlig irrationale Angst vor psychiatrischen Kliniken). Das Gespräch mit der Psychologin, die an diesem Tag die akuten Fälle betreute, war bereits eine Hilfe, auch wenn es letztendlich &#8220;nur&#8221; auf eine x-te Rekapitulation meiner Krankengeschichte hinauslief.</p>
<p>Es war auch beruhigend, aus professionellem Mund bestätigt zu bekommen, dass meine Situation tatsächlich verfahren ist, dass die Wartezeiten für Termine bei Psychiatern tatsächlich bei zwei bis drei Wochen liegen, dass ich mich also nicht nur dumm &#8220;anstelle&#8221;. Dass mein Absetzen der Antidepressiva vergangenes Jahr akzeptiert wird, wenn ich die Hintergründe dafür erläutere. (Und es gibt einen triftigen Grund, über den ich hier noch nicht geschrieben habe und den auch Freunde nicht kennen. Es liegt am Ende der Skala der Dinge, über die <strike>man</strike> ich reden und erst recht schreiben will &#8211; nur soviel an dieser Stelle.)</p>
<p>Auch die Ambulanz ist mit der regelmäßigen Betreuung von Patienten überlastet. Auch hier gäbe es erste offizielle freie Termine erst in drei Wochen wieder. Um so fairer, mir einen festen zweiten Termin in der normalen Sprechzeit nächste Woche zu geben.</p>
<p>Darüber hinaus hat man mir zur Überbrückung bis zur Behandlung durch einen neuen Psychiater meines Vertrauens ein neues Antidepressivum gegeben, das ich gestern Abend zum ersten Mal genommen habe: <a href="http://www.valdoxan.com/" title="'official website'">Valdoxan</a> (Wirkstoff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agomelatin">Agomelatin</a>), 25 mg. Das Medikament ist erst seit Februar 2009 in Europa zugelassen, ich bin also &#8211; vorsichtig ausgedrückt &#8211; gespannt, ob und wie es Wirkung zeigt. (Ich kann mir nicht verkneifen zu erwähnen, dass die Psychologin sich entschuldigte, dass es wirklich nur Zufall sei, dass ein Taschentuch-Spender mit der Werbung für Valdoxan auf dem Tisch steht.)</p>
<p>Der Sprung über den Schatten bestand eben auch darin: Nochmal &#8220;blind&#8221; den Worten der Spezialisten Glauben zu schenken. Denn etwas anderes geht <em>jetzt</em> eben nicht. An der Klinik habe ich nun immerhin einen Ansprechpartner sowohl für den Notfall als auch regulär für die Zeit, in der ich noch meine endgültige Vertrauensperson in Sachen Psychiatrie suche. Das zu wissen ist mir auch schon viel wert.</p>
<p>Jetzt entschuldigt mich, Wetter und Krankheit fordern, dass ich an die frische Luft gehe &#8211; was immer ich da auch tun soll&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nullwert.de/2010/04/02/es-geht-langsam-voran/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Glaube und Zweifel</title>
		<link>http://nullwert.de/2009/10/08/glaube-und-zweifel/</link>
		<comments>http://nullwert.de/2009/10/08/glaube-und-zweifel/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 15:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Hypomanie]]></category>
		<category><![CDATA[Lamotrigin]]></category>
		<category><![CDATA[Neurologie]]></category>
		<category><![CDATA[Phasenprophylaxe]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nullwert.de/?p=801</guid>
		<description><![CDATA[Mein letzter Psychiater und meine jetzige neue Psychiaterin haben mit ihren weniger häufig besuchten Vorgängern gemein, dass sie ihre Diagnose für sich behalten. Miteinander haben sie gemein, dass sie mir unabhängig voneinander zuletzt jeweils ein Medikament zur Behandlung vorgeschlagen haben (Lamotrigin und davor Lithium), das primär der sogenannten Phasenprophylaxe dient, also Stimmungsschwankungen bei bipolaren Störungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein letzter Psychiater und meine jetzige neue Psychiaterin haben mit ihren weniger häufig besuchten Vorgängern gemein, dass sie ihre Diagnose für sich behalten. Miteinander haben sie gemein, dass sie mir unabhängig voneinander zuletzt jeweils ein Medikament zur Behandlung vorgeschlagen haben (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lamotrigin">Lamotrigin</a> und davor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium#Medizin">Lithium</a>), das primär der sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Phasenprophylaktikum">Phasenprophylaxe</a> dient, also Stimmungsschwankungen bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bipolare_Störung">bipolaren Störungen</a> ins Lot bringen soll.</p>
<p>Diesmal habe ich nachgefragt: Sind Sie also der Meinung, ich habe eine bipolare Störung? Ihre Antwort, sinngemäß: Ja, ich hätte ja selbst eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manie">manische</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hypomanie">hypomanische Phase</a> beschrieben, und die depressiven Schwankungen stünden ja ohnehin außer Frage.</p>
<p>Diese Antwort hatte ich befürchtet&#8230;<br />
<span id="more-801"></span></p>
<p>Warum? Träfe sie zu, wäre die Zeit vom Sommern 2007 bis in den Sommer 2008, in der es mir hervorragend ging, ebenfalls ein Krankheitssymptom gewesen: eine (hypo)manische Phase. Oder anders gesagt: Mein Glück wäre (selbstschadende?) Einbildung gewesen. <em>Ich</em> war gar nicht glücklich, <em>es</em> tat nur so.</p>
<p>In dieser Zeit habe ich einiges ausprobiert und über mich gelernt, wie ich dachte. Nicht zuletzt, um an einem Beispiel deutlich zu machen, worum es hier geht, auch in Bezug auf meine Sexualität. Das sind Erfahrungen, an die ich mich die letzten miesen Monate geklammert habe: <strong>Da war ich schon, das kann ich wieder schaffen!</strong></p>
<p>Anders ausgedrückt: Wenn mir jemand bewiese, dass selbst diese überwiegend glückliche Zeit ein Traumgebäude war, das zum Einstürzen verdammt ist, dann bliebe mir nichts mehr an Halt.</p>
<p>Jetzt kommt also ein Mensch daher und meint, die Ereignisse der letzten zwei Jahre begreifen und klinisch einordnen zu können, nachdem er mich gerade einmal etwa eine Stunde lang kennt &#8211; wovon ein Teil reine Bürokratie war. Wenn es hoch kommt, haben wir 40 Minuten über mein Leben und 10 Minuten über diese kurze Phase Glücklichsein gesprochen. Das soll reichen, a) eine Hypomanie diagnostizieren und b) auf dieser Annahme eine Medikation aufbauen zu können?!?</p>
<p>Leider war sie nicht bereit oder in der Lage, Zeit und Worte zu finden, mir diese Diagnose zu begründen. (Statt dessen war die Reaktion auf meine Ablehnung gegenüber dem Medikament offensichtlich das Streichen der ursprünglich versprochenen regelmäßigen Termine. Ich könne mich bei akuten Problemen jederzeit wieder melden. <em>OH, danke!!!</em>)</p>
<p>Die Behandlung glich bei mir bisher in allen Fällen einer Sitzung im Beichtstuhl: Hinsetzen, seine Sünden bekennen und die Absolution erteilt bekommen &#8211; in Form einer Medikamentengabe, an deren Nutzen ich wohl zu glauben habe. Das funktioniert super, wenn es einem beschissen geht: Dann glaubt man gerne alles, solange es nur Hilfe verspricht. (So funktioniert Kirche ja auch&#8230;)</p>
<p>Das kann und darf so nicht sein! Bei den möglichen Nebenwirkungen muss die Verschreibung begründbar sein, und die Diagnose zweifelsfrei. Selbst ohne Nebenwirkungen: Dies sind Medikamente, deren genaue Wirkungsweisen in weiten Teilen noch unbekannt sind (siehe oben verlinkte <a href="http://de.wikipedia.org">Wikipedia</a>-Artikel, besser noch ihre englischsprachigen Versionen). Oder anders gesagt: Niemand kann genau sagen, was in und mit meinem Gehirn passieren wird.</p>
<p><strong>MIT &#8211; <em>MEINEM</em> &#8211; GEHIRN!!!</strong></p>
<p>Pardon, ich bewahre mir meine Zweifel, aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Womöglich ist das aber auch nur wieder ein manisch-narzistisches Verhalten, ein Symptom, meine Krankheit&#8230; <sub>(dazu aber ein andernmal)</sub></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nullwert.de/2009/10/08/glaube-und-zweifel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schizophrenie</title>
		<link>http://nullwert.de/2009/09/24/schizophrenie/</link>
		<comments>http://nullwert.de/2009/09/24/schizophrenie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 10:23:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie/Psychiatrie/Neurologie]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Schizophrenie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nullwert.de/?p=765</guid>
		<description><![CDATA[Ein sehens- und lesenswertes Kapitel aus dem 2010 erscheinenden Comic Psychiatric Tales (auf Englisch).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://tallguywrites.livejournal.com/133179.html">Ein sehens- und lesenswertes Kapitel aus dem 2010 erscheinenden Comic <em>Psychiatric Tales</em></a> (auf Englisch).</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nullwert.de/2009/09/24/schizophrenie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Indem sie schweigen, rufen sie laut.&#8221;</title>
		<link>http://nullwert.de/2009/06/29/indem-sie-schweigen-rufen-sie-laut/</link>
		<comments>http://nullwert.de/2009/06/29/indem-sie-schweigen-rufen-sie-laut/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 19:21:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nullwert.de/?p=435</guid>
		<description><![CDATA[Nach der Hilflosigkeit kommt das Verzagen, und es wird begleitet von einem lauten Schweigen, das mich betäubt, sobald ich hinhöre. Dieses Schweigen ist eines der Zahnräder, die den Teufelskreis meiner Depression immer wieder am Laufen hält. Je schlechter es mir geht, umso mehr nimmt meine Sprachlosigkeit zu. Hören meine Arbeitskollegen mein Fluchen, heisst es: Heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der Hilflosigkeit kommt das Verzagen, und es wird begleitet von einem lauten Schweigen, das mich betäubt, sobald ich hinhöre. Dieses Schweigen ist eines der Zahnräder, die den Teufelskreis meiner Depression immer wieder am Laufen hält.</p>
<p>Je schlechter es mir geht, umso mehr nimmt meine Sprachlosigkeit zu. Hören meine Arbeitskollegen mein Fluchen, heisst es: Heute geht es ihm gut, er flucht wieder. Kein Witz. Und treffend.</p>
<p>Deshalb war dies ein gutes Wochenende und ein erfolgreicher Start in die Woche (auch wenn ich den Sonntag verschlafen habe und fürchtete, wieder unterzugehen): Es gab zwei Gespräche, die ich unerwartet offen führen konnte, und mal wieder das Schweigen gebrochen haben.</p>
<p><span id="more-435"></span></p>
<p>Samstag Abend hatte ich ein langes Gespräch mit meinem Vater und meiner Stiefmutter über meine Depression und ihre Ursachen. Ich konnte einige Dinge über meine Kindheit und Jugend klarstellen, und Missverständnisse ausräumen, wie es mir schon lange nicht mehr gelungen war. Dies ist vielleicht der erste Erfolg, den dieses Blog gebracht hat. Ausgang unserer Aussprache waren meine Texte hier. Danach führte Eines zum Anderen.</p>
<p>Heute war mein Blog ohne Bedeutung. Mein Gegenüber war ein von der Krankenkasse zur Hilfe Gerufener, der meine Behandlungssituation einschätzen und gegebenenfalls wieder einrenken sollte. (Dass so etwas nötig ist, und wie es geschieht, kann viel über unser Gesundheitssystem sagen, aber das hebe ich mir für ein anderes Mal auf.)</p>
<p>Natürlich kann man meine Behandlung nicht mit einem einstündigen Gespräch in völlig neue Bahnen lenken, aber die glücklicherweise unvoreingenommene Sichtweise eines psychotherapeutisch erfahrenen Dritten hat viele Widersprüche und akute Probleme in meiner Behandlung ans Licht gefördert. Dinge, die ich zwar am Rande wahrgenommen habe, aber unter meinen zahlreichen Selbstverbesserungplänen immer wieder begraben hatte: ein drohender Stillstand in meiner Therapie; mein Immer-einen-Schritt-Zuviel-Machen-Wollen; eine nicht mehr nachvollziehbare medikamentöse Behandlung.</p>
<p>Morgen gehen die Gespräche weiter. Auch meiner Therapeutin gegenüber muss ich jetzt das Schweigen brechen, einfordern, nochmals ein paar Schritte zurück zu machen, konkret zu bleiben.</p>
<p>Also erstmal einen Schritt zurück, bevor ich wieder zwei vorwärts kommen kann.</p>
<p><em><a href="http://www.youtube.com/watch?gl=DE&amp;v=kCCCM4Ymlm0">Once</a> <a href="http://www.imdb.com/title/tt0054141/">more</a> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Once_More_with_Feeling_(album)">with</a> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Once_More,_with_Feeling_(Buffy_episode)">feeling</a></em>, sozusagen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nullwert.de/2009/06/29/indem-sie-schweigen-rufen-sie-laut/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neulich beim Psychiater (Medikation)</title>
		<link>http://nullwert.de/2009/06/12/neulich-beim-psychiater-medikation/</link>
		<comments>http://nullwert.de/2009/06/12/neulich-beim-psychiater-medikation/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 14:44:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Nortriptylin]]></category>
		<category><![CDATA[Venlafaxin]]></category>
		<category><![CDATA[Medikation]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nullwert.de/?p=360</guid>
		<description><![CDATA[Am vergangenen Dienstag war ich also bei &#8220;meinem&#8221; Psychiater. Das &#8220;Mein&#8221; muss in Anführungszeichen, weil man ihn mit einem dutzend anderer Wartender teilen muss, und feste Termine hauptsächlich Erstgesprächen vorbehalten sind. Ich nehme zur Behandlung meiner Depression nun seit über anderthalb Jahren Trevilor. Wie ich bis zu meinem letzten Einbruch vor drei Monaten dachte, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Dienstag war ich also bei &#8220;meinem&#8221; Psychiater. Das &#8220;Mein&#8221; muss in Anführungszeichen, weil man ihn mit einem dutzend anderer Wartender teilen muss, und feste Termine hauptsächlich Erstgesprächen vorbehalten sind.</p>
<p>Ich nehme zur Behandlung meiner Depression nun seit über anderthalb Jahren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Venlafaxin">Trevilor</a>. Wie ich bis zu meinem letzten Einbruch vor drei Monaten dachte, mit Erfolg. Da dieser Erfolg nun infragegestellt war, nehme ich nun seit etwa zwei Monaten noch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nortrilen">Nortrilen</a> dazu, um die Abwärtsbewegung zu stoppen und mich insgesamt wieder &#8220;wacher&#8221; zu machen.</p>
<p>Mir ging diese Behandlung aber gegen den Strich: Noch ein Medikament! Ich beobachte Nebenwirkungen wie z.B. einen leichten Tinnitus! Ich vergesse regelmäßig einen der drei täglichen Einnahmen! usw.<br />
<span id="more-360"></span></p>
<p>Als ich dann Dienstag vor meinem Psychiater saß und den Verlauf meiner Krankheit über die letzten Wochen erläuterte, versuchte ich also, das Ganze in negativem Licht darzustellen. Doch als wollte ich meinem Deutschlehrer nochmal <i><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Über_die_allmähliche_Verfertigung_der_Gedanken_beim_Reden">Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden</a></i> referieren, stelle ich mitten in der Schilderung fest, dass ich eigentlich Fortschritte in den letzten Wochen beschreiben muss: Was sind Alpträume, Einschlafprobleme und ein (wohlgemerkt sehr leichter!) Tinnitus gegenüber den Wachphasen, in denen ich tatsächlich einigermaßen fokussiert bin, und so Dinge fertigbringe wie diesen Blog zu starten?!? Meine Selbstwahrnehmung, mein Selbst-Bewusstsein unterlief meinen Plan komplett: War ich im letzten Gespräch ein kaum zur Rede zu bringendes Wrack, übernahm ich diesmal fast die Führung des Gesprächs!</p>
<p>Inzwischen ist mir klar geworden, was mein Hauptproblem mit der Pharmakotherapie, wie sie fachsprachlich bezeichnet wird, also mit der medikamentören Behandlung der Depression ist: Es ist meine <em>Hilflosigkeit</em>!</p>
<p>Nehmen wir an, ich hätte eine Viruserkrankung, die mit Antibiotika behandelt werden soll, die bekannte Nebenwirkungen hat. Dann wäre folgendes gegeben: Man kann die Krankheit durch Tests nachweisen. Man kann den Erfolg der Behandlung messen, und man kann sie selbst beobachten, weil die Symptome der Krankheit verschwinden. Man kann die Behandlung (in der Regel) von hier auf jetzt abbrechen, wenn die Nebenwirkungen schlimmer sind als der positive Effekt der Behandlung.</p>
<p>Im Fall von Depressionen ist alles anders: Durch Beobachtung kann man annehmen, dass ich unter chronifizierten Depressionen leide, man kann es aber nicht messen. (Deshalb verlangen die Krankenkassen auch ärztliche Gutachten, wenn sie einen Nachweis brauchen, und nicht konkrete Untersuchungen bzw. Messwerte!)<br />
Meine &#8220;Antibiotika&#8221;, die Antidepressiva, haben bekannte Nebenwirkungen, allerdings auch weniger bekannte, sie wirken bei allen unterschiedlich, und sie sind alle derart, dass sie auch gar nichts mit dem Medikament zu tun haben könnten (Schwindel, erhöhte Neigung zum Schwitzen, Schlaflosigkeit, Übelkeit etc.). Absetzen kann man das Zeug von selbst auch nicht, man muss es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ausschleichen">ausschleichen</a>.</p>
<p>Deshalb kann man auch nur schwer den Erfolg messen: Geht es mir aktuell besser wegen des Medikaments &#8211; oder trotz des Medikaments?</p>
<p>Kurz: Ich muss meinem Psychiater und seiner Erfahrung vertrauen. Weder er noch ich können prüfen, geschweige denn beweisen, welche Wirkung genau von dem Medikament ausgeht.</p>
<p>Ich habe also mittem im Gespräch festgestellt, dass ich meinem Arzt vertrauen muss. Und, was wichtiger ist, dass ich ihm vertrauen <em>will</em>. Und das ist gut so.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nullwert.de/2009/06/12/neulich-beim-psychiater-medikation/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

