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	<title>nullwert &#187; Psychoanalyse</title>
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	<description>Leben und Erleben mit Depression</description>
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		<title>Schreiben, Reden</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 21:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Edit (11.5.): Ich versuche es nochmal. Die Originalfassung des Eintrags weiter unten. Es ging geht mir nicht gut, die Nachwirkungen der Therapiesitzung letzte Woche. Die letzten Tage habe ich mich zuhause eingeigelt, irgendwo am Rand einer schwereren Depression. Der Rest war Schweigen. Doch es brauchte ein&#8230; Es ist schon wieder 2:10 Uhr morgens und meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Edit</strong> (11.5.): <em>Ich versuche es nochmal. Die Originalfassung des Eintrags weiter unten.</em></p>
<p>Es <strike>ging</strike> geht mir nicht gut, die Nachwirkungen der <a href="http://nullwert.de/2010/05/03/analyse/">Therapiesitzung letzte Woche</a>. Die letzten Tage habe ich mich zuhause eingeigelt, irgendwo am Rand einer schwereren Depression.</p>
<p>Der Rest war Schweigen.</p>
<p><strike>Doch es brauchte ein&#8230;</strike></p>
<p>Es ist schon wieder 2:10 Uhr morgens und meine Gedanken laufen wieder und wieder gegen dieselbe Wand. Irgendetwas will gesagt werden&#8230; Ich könnte kotzen, diese Sprachlosigkeit schnürt mir die Brust zu.</p>
<p><em>Wenn ich nur ehrlich zu mir und meinem Gegenüber bin&#8230;</em></p>
<p>Ab und zu gelingt es mir für einen Moment, ein Stück echten Gefühls zu bergen&#8230; Vorhin, beim Schreiben einer Email. Im Dialog, ganz alleine gelingt es mir nicht. Wenigstens eine leere (Monitor-)Seite muss mir zuhören. Mir selbst mache ich mache nur zu gerne etwas vor. <em>Wenn ich nur meinem Gegenüber und mir genug Aufmerksamkeit schenke&#8230;</em></p>
<p>Deshalb hatte ich doch angefangen, hier zu bloggen. Und dazu allein dienen die unzähligen Gespräche in der Therapie. Und doch vergesse ich immer wieder, das Gespräch aufrecht zu erhalten, nach Worten zu ringen, auch wenn es mir schwer fällt.</p>
<p>Und deshalb glaube ich, werde ich doch eine psychoanalytische Therapie suchen. Ich brauche die Intensität, das unvermeidbare Gespräch. Auch wenn mir die Worte zunächst im Halse stecken bleiben.</p>
<p><sub>Und doch wollte ich anderes sagen, als ich angefangen habe zu schreiben&#8230; Ein andernmal.</sub></p>
<p><span id="more-1879"></span></p>
<hr />
<p><em>Erster Versuch:</em></p>
<blockquote><p>Deshalb blogge ich hier. Und natürlich ist es der Sinn der Gespräche in einer Therapie. Und doch habe ich vielleicht erst vorhin beim Verfassen einer Email wirklich begriffen, was beim Reden, beim Schreiben eigentlich passiert &#8211; *sofern ich wirklich ehrlich zu mir und meinem Gegenüber bin*: Dass ich erst dann darauf aufmerksam werde, wie, was ich eigentlich *fühle*. Oder vielmehr, dass ich es tatsächlich erst dann fühle, weil ich es davor einfach nicht wahrhaben <strike>wollte</strike> konnte.</p>
<p>Eigentlich trivial. Aber es ist mir wohl noch nie so bewusst geworden wie gerade eben.</p>
<p><sub>Vielleicht ist eine gesprächsbasierte Therapie doch das Richtige; so intensiv wie möglich, eine Psychanalyse. Morgen ist der zweite Vorgesprächstermin&#8230;</sub></p></blockquote>
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		<title>Analyse?</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 20:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Therapeutensuche]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor zwei Wochen hatte ich angedeutet, dass sich eine Möglichkeit ergeben könnte, kurzfristig einen Erstgesprächstermin zu einer psychoanalytischen Therapie zu bekommen. Ich habe allerdings nicht mehr berichtet, dass es erfolgreich war. Das hole ich jetzt nach, heute war ich zu einem ersten Termin bei einer Psychoanalytikerin. Ich kann immer noch nicht recht einschätzen, was mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://nullwert.de/2010/04/20/unverhofft/">Vor zwei Wochen</a> hatte ich angedeutet, dass sich eine Möglichkeit ergeben könnte, kurzfristig einen Erstgesprächstermin zu einer psychoanalytischen Therapie zu bekommen. Ich habe allerdings nicht mehr berichtet, dass es erfolgreich war. Das hole ich jetzt nach, heute war ich zu einem ersten Termin bei einer Psychoanalytikerin.</p>
<p>Ich kann immer noch nicht recht einschätzen, was mir Termin bedeuten soll. Inhaltlich verlief er eigentlich nicht anders als andere Erstgespräche. Einzig, ich war gesprächiger, kann aber nicht sagen, ob das &#8220;vorausschauender Gehorsam&#8221; war, weil ich erwartete, eine Psychoanalytikerin würde mich ohnehin anschweigen, oder ob sie mir tatsächlich die Führung des Gesprächs überließ. Und ich hatte viel zu erzählen. In der Nacht zuvor hatte ich kaum geschlafen, weil ich morgens um 5:30 Uhr nach Alpträumen aufgewacht war, die vorausnahmen, worüber ich zu sprechen hatte. Offensichtlich ging mir schon die Erwartung des Termins näher, als ich bemerkt habe. Wie dann auch die Unterhaltung selbst:  Ich dachte, &#8220;Therapiemüdigkeit&#8221; hätte mich schon abgestumpft, und ich würde die Termine und Fakten ähnlich distanziert runterbeten wie in den kurzen Gesprächen mit den Psychiatern in den letzten Wochen &#8211; so, wie es mir zeitweise <a href="http://nullwert.de/2010/04/28/gestern-heute-morgen/">bei meinem letzten Therapietermin</a> vorkam &#8211; dem war aber ganz und gar nicht so.</p>
<p>Bedeutet das, ich habe der Therapeutin unbewusst schon mehr Vertrauen geschenkt? Ich weiss es nicht. Das Ganze ließ mich irritiert und &#8220;angegriffen&#8221; zurück. Vielleicht auch wegen der  Erschöpfung nach der unruhigen Nacht, wie soll ich das unterscheiden&#8230;</p>
<p>Nächste Woche gibt es einen Nachfolgetermin. Die Therapie in der Ambulanz werde ich einmal verschieben, um nicht noch weiter durcheinander zu geraten. Eine der beiden Therapien kann ich erst wirklich auf- und annehmen, wenn ich mich auch entschlossen habe, dabei zu bleiben.</p>
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		<title>Anstrengungen</title>
		<link>http://nullwert.de/2010/04/13/anstrengungen/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 18:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gelingt mir nicht, meine Gedanken zuende zu führen. Ich versuche sie durch den Schreibprozess in Ordnung zu bringen, aber es gelingt mir nicht, die Brüche zu kitten, die losen Enden auf irgendeinene Weise zu verknüpfen. Ich verliere auch immer wieder den sprichwörtlichen roten Faden. (Und schon möchte ich mich wieder bei Wikipedia verlieren&#8230;) Nun, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gelingt mir nicht, meine Gedanken zuende zu führen. Ich versuche sie durch den Schreibprozess in Ordnung zu bringen, aber es gelingt mir nicht, die Brüche zu kitten, die losen Enden auf irgendeinene Weise zu verknüpfen. Ich verliere auch immer wieder den sprichwörtlichen <em>roten Faden</em>. (Und schon möchte ich mich wieder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Faden#Der_rote_Faden">bei Wikipedia verlieren</a>&#8230;)</p>
<p>Nun, ich will aber auch nicht aufgeben, ich weigere mich, der Unvollständigkeit der Gedanken nachzugeben. Wenn ich nicht wenigstens ein paar Worte hier verlieren kann&#8230;</p>
<p><span id="more-1762"></span></p>
<ul>
<li>
<p>Als ich vorhin von der Pflichtaufgabe, mir eine weitere Überweisung vom Hausarzt ausstellen zu lassen, wieder nach Hause kam, stellte ich fest, wie erschöpft ich war. Ich wollte im Prinzip in mir zusammenfallen. Um das nicht zu tun, habe ich getan, was ich dann immer tue: Den Rechner angeschaltet, und mich von den Gedanken und Bildern anderer ins wirre weltweite Netz forttragen lassen. Dasselbe war schon letzte Woche und gestern wieder zu beobachten. Ich komme nach Hause, als hätte ich einen vollen Arbeitstag hinter mir. Was strengt mich so an?</p>
</li>
<li>
<p>Es ist auf gewisse Weise beruhigend, beobachten zu können, dass eine bisher unbeteiligte Therapeutin dieselben Einschätzungen trifft wie ihre Vorgängerinnen. Zumindest hat man den Eindruck, wenigstens die Statistik habe man auf seiner Seite: <em>90% der befragten Therapeutinnen meinen&#8230;</em> &#8211; Es ist in etwa so beruhigend wie es verwirrend ist, von verschiedenen Ratgebern immer wieder neue Behandlungsempfehlungen zu erhalten.</p>
</li>
<li>
<p>Ich hatte also gestern einen weiteren Termin in der Ambulanz des Klinikums Eilbek. Und konnte feststellen, wie das Gespräch bald denselben Weg nahm wie in mehreren Erstgesprächen zuvor, mit denselben Beobachtungen, was meine <em>Trigger</em> angeht und die Ursachen, die sie haben. Es ging soweit, dass sich die Therapeutin an einer Stelle entschuldigte, dass ich was sie gerade sagte sicher schon unzählige Male zuvor gehört haben müsse. Ich meinte, ich könne die Erinnerung durchaus mal wieder gebrauchen.</p>
</li>
<li>
<p>Ein anderes Gespräch stellte meinen irgendwie irgendwann schon vorgefassten Plan, mich einer Psychoanalyse zu unterwerfen, wieder in Frage. Eigentlich, indem genau die Punkte angeführt wurden, die mich schon früher einer Psychoanalyse gegenüber haben skeptisch sein lassen. Interessant war die Meinung meines Gegenübers, er sehe die Zunft der reinen Psychoanalytiker aussterben. In Zukunft gäbe es nur noch Psychotherapeuten, die in mehreren Therapieformen gleich gut ausgebildet seien, und Ihre Therapie den Bedürfnissen der Patienten anpassten. Eigentlich stellt man sich doch die Frage, warum das nicht schon längst so ist?</p>
</li>
<li>
<p>Sonntag Abend bin ich im Fernsehen in der Sendung <em>Titel, Thesen, Temperamente</em> auf einen <a href="http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,ih0mr9cxbkp2e0gw~cm.asp" title="Die Sprache der Pirahá - Wie der Missionar Dan Everett selbst missioniert wurde">spannenden Beitrag</a> über ein neu erschienenes Buch von <a href="http://llc.illinoisstate.edu/dlevere/" title="offizielle Homepage">Dan Everett</a> unter anderem über die Rolle der Sprache für Psyche und Gesellschaft gestoßen. Ich musste an das denken, was zwei Freundinnen unabhängig voneinander via Email über Ihre Wahrnehmung meiner Blogeinträge und Emails, oder kurz: meiner Sprache gesagt haben. Irgendwie geht es im Prinzip eben darum &#8211; wie es ein Titel einer <a href="http://www.psychologytoday.com/blog/the-playing-field/200912/losing-the-language-happiness" title="Losing the Language of Happiness">Kritik dieses Buchs bei <em>Psychology Today</em></a> formuliert: den <em>Verlust der Sprache des Glücklichseins</em>.</p>
</li>
</ul>
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		<title>Wie erwartet</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 15:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
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		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Therapeutensuche]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem mein Vater nun abgereist ist und ich gestern die letzten &#8220;Pflichtaufgaben&#8221; abgehakt habe, fühle ich mich nach den ersten Fehlschlägen bei der Suche nach einem Therapeuten als wäre ich gegen eine Wand aus Hoffnungslosigkeit gelaufen und in eine Art Schockstarre verfallen. Man kann das auch Depression nennen. Die letzten Male hatte ich bei der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem mein Vater nun abgereist ist und ich gestern die letzten &#8220;Pflichtaufgaben&#8221; abgehakt habe, fühle ich mich nach den ersten Fehlschlägen bei der Suche nach einem Therapeuten als wäre ich gegen eine Wand aus Hoffnungslosigkeit gelaufen und in eine Art Schockstarre verfallen. Man kann das auch Depression nennen.</p>
<p>Die letzten Male hatte ich bei der Therapeutensuche auf dubios zustandegekommene kopierte Listen einer Klinik oder eines Beraters zurückgreifen müssen, oder einfach das Branchenbuch rauf- und runtertelefoniert. Diesmal habe ich von meiner Therapeutin eine vermeindliche &#8220;Abkürzung&#8221; erhalten, die mir bei der Suche nach einem Therapieplatz helfen sollte: Als ersten Anlaufpunkt könne ich mich an das <a href="http://www.mbi-hh.de/" title="Michael Balint Institut">Michael Balint Institut</a> wenden.</p>
<p><span id="more-1653"></span></p>
<p>Tatsächlich bietet das Institut eine <a href="http://www.mbi-hh.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=15&amp;Itemid=21">Ambulanz</a>, die einen &#8220;bei entsprechender Indikation&#8221; an niedergelassene Therapeuten weitervermittle. Allerdings erfahre ich am Telefon, dass sie dies nur bei noch nicht diagnostizierten Fällen anbieten. Da ich ja diagnostiziert sei, könne man mir nicht direkt helfen.</p>
<p>Ich wende mich also vorsichtig per E-Mail-Anfrage an meine Krankenkasse. Überraschend bekomme ich anderthalb Stunden später einen Rückruf eines Beraters, der mir mitteilt, mir keine Therapeutenliste geben zu können, ich solle mich aber an den <em><a href="http://www.kvhh.net/kvhh/pages/index/p/220/0/t/Psychotherapeutischer-Bereitschaftsdienst">Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst</a></em> der <em><a href="http://www.kvhh.net">Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg</a></em> wenden. (Übrigens auch zu finden im &#8220;<a href="http://www.patientenberatung-hamburg.de/sites/arztsuche.html">Kleingedruckten</a>&#8221; der <a href="http://www.patientenberatung-hamburg.de/">Patientenberatung Hamburg</a>.) Diese hätte sogar eine Liste der als frei gemeldeten Therapieplätze.</p>
<p>Das ist aber nicht so einfach, wie es sich anhört: Das ist kein 24-Stunden-Notfalldienst, auch keine &#8220;Hotline&#8221;. Wochentags theoretisch zwischen 13-15 Uhr und 19-20 Uhr erreichbar, muss ich schätzungsweise drei Stunden lang an zwei Tagen dutzendweise Anrufversuche unternehmen, weil durchgängig besetzt ist. Um das noch unangenehmer zu machen, als es ohnehin schon ist, äußert sich das Belegtsein erst nach zwei Mal normalem Klingeln, erst dann wird man aus der freien Leitung geschmissen.</p>
<p>Als ich durchkomme, berät mich immerhin eine Ärztin vom Fach, die freundlich und offenbar kompetent Fragen stellt, um auch sicherzustellen, dass meine Therapeutensuche nicht &#8220;ziellos&#8221; ist sondern tatsächlich eine Indikation vorliegt. Dann gibt sie mir die Adressen von Psychoanalytikern, die freie Therapieplätze gemeldet hätten: ganze drei Stück! Und davon muss ich zwei gleich wieder streichen: Einer der drei bietet lediglich tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie an, keine Psychoanalyse; das ist nicht nur etwas anderes, es ist auch kaum zu erwarten, dass mir ein Wechsel in diese Therapieform von der Krankenkasse anerkannt wird. Eine zweite Adresse liegt am südlichen Ende von Harburg, schon von zuhause mindestens eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt &#8211; von der Arbeit aus praktisch nicht zu machen. Es bleibt ein (<em>ein</em>!) freier Therapieplatz bei einem Psychoanalytiker.</p>
<p>Man kann sich ausrechnen, wie die Chancen stehen, dass ausgerechnet bei diesem einen gleich die &#8220;Chemie&#8221; stimmt. Und was bedeutet es, dass dies der einzige ist, der nicht ausgebucht ist?!? Man kann nur hoffen, das ist ein Zufall. Nicht, dass er überhaupt erreichbar gewesen wäre: Wie ich es schon von früher kenne, man bekommt weder eine Sekretärin &#8211; die können sich offenbar Therapeuten in den seltensten Fällen (d.h. nur in Gemeinschaftspraxen) leisten &#8211; noch den Therapeut selbst an die Strippe. Außer in den großzügig berechneten Telefonsprechstunden natürlich: Di und Do von 11 bis 11:30 Uhr.</p>
<p>Kurz: Ich werde doch wieder <a href="http://psych-info.de/" title="z.B. mittels Psych-Info">Telefonlisten</a> nach dem Zufallsprinzip durchklingeln müssen. Nur dass ich diesmal schon weiss, dass ich dann keinen freien Therapieplatz bekomme, sondern mich um einen Platz auf einer Warteliste bewerbe. Das bedeutet konkret &#8211; so erinnere ich es vom letzten Mal: anrufen, auf Band sprechen oder zur Sprechzeit wiederholen; anfragen, ob überhaupt noch Patienten in die Warteliste genommen werden; wenn ja, einen &#8211; vermutlich in einiger Ferne liegenden &#8211; Erstgesprächstermin zur Feststellung der gegenseitigen Verträglichkeit ausmachen; um dann ggf. auf einer Warteliste zu landen. Zur Wartezeit habe ich von vor dreieinhalb Jahren, meiner ersten Therapeutensuche, noch Aussagen wie &#8220;in einem dreiviertel Jahr&#8221; oder &#8220;nächstes Jahr&#8221; im Ohr&#8230;</p>
<p>Und das ist dann keine &#8220;Intervention&#8221;, keine <em>konkrete</em> Unterstützung bei irgendetwas, das ich aktuell irgendwie auf die Reihe bringen muss. Ein von der Krankenkasse hinzugebetener unabhängiger Berater (eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Case_Manager">Case Manager</a>) meinte sogar einmal, eine Psychoanalyse solle ich besser überhaupt erst angehen, wenn ich wieder fest mit beiden Beinen im Leben stünde &#8211; also wenn es mir schon (ganz) gut geht. Eigentlich ist das also gar nicht das, was ich mir <em>jetzt gerade</em> an Unterstützung erhoffe. Genau genommen ist es nichts Weiteres als das immer gleiche Versprechen, dass am Ende des Tunnels irgendwo ein Licht sei &#8211; aber jetzt solle ich erstmal bitte weiter im Dunkel des Tunnels vorwärtskriechen.</p>
<p>Niemand kann mir sagen, woher ich die Kraft dazu nehmen soll. Mein Beruf gibt sie mir jedenfalls nicht, soviel habe ich feststellen müssen. Mein Privatleben auch nicht &#8211; ich habe keins mehr. Wegen der Depressionen, wegen meines mich Abschottens. Ich sage ja heute schon wieder eine Verabredung ab, weil ich mich selbst nicht im Spiegel anschauen kann.</p>
<p>Aber was habe ich erwartet? Die Welt ändert sich nunmal <strike>nicht</strike>  <strike>nicht so einfach</strike> nicht so schnell. Das einzige, das <em>ich</em> ändern <strike>kann</strike> können sollte, wäre ich selbst. Aber was erwarte ich <em>von mir</em>?</p>
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		<title>Einen Tag später</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 01:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben mit Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Über nullwert.de]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorigen Eintrag habe ich bereits gestern Nacht (von Montag auf Dienstag) geschrieben, aber erst nachträglich öffentlich geschaltet. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich &#8211; unbewusst und zum ersten Mal, glaube ich &#8211; meine Jugend angesprochen habe. In meiner Selbstbeschreibung habe ich sie &#8211; bewusst &#8211; übergangen. Aber ich stelle fest, dass ich ohne sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://nullwert.de/2010/03/16/es-funktioniert-nicht/">Vorigen Eintrag</a> habe ich bereits gestern Nacht (von Montag auf Dienstag) geschrieben, aber erst nachträglich öffentlich geschaltet.</p>
<p>Ich habe mich dafür entschieden, weil ich &#8211; unbewusst und zum ersten Mal, glaube ich &#8211; meine Jugend angesprochen habe. <a href="http://nullwert.de/about/">In meiner Selbstbeschreibung</a> habe ich sie &#8211; bewusst &#8211; übergangen. Aber ich stelle fest, dass ich ohne sie vielleicht den wichtigsten Punkt meiner Geschichte ausgelassen habe, und ich so vielleicht fälschlicherweise eine bestimmte Vorstellung der Depression vermittle: die eines plötzlich eintretenden, quasi unerklärbar über einen hereinbrechenden &#8220;Fluchs&#8221;, einer Krankheit, die einen möglicherweise nur wegen eines Gendefekts befällt.</p>
<p>Aber so einfach ist es nicht. Nicht in meinem Fall. Und das muss ich erzählen &#8211; <em>will</em> ich erzählen!</p>
<p>Es ist vielleicht doch kein Zufall, dass mir dies bewusst wird an dem Tag, an dem ich mich auf Rat anderer entschieden habe, einen neuen therapeutischen Weg einzuschlagen zu versuchen, mit dem ich bisher meine Schwierigkeiten hatte: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Psychoanalyse">Psychoanalyse</a>.</p>
<p>Die Behandlung fängt also nochmal von vorne an. Und so auch dieses Blog, irgendwie. Dieselbe Geschichte &#8211; Version 2.0.</p>
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