Jul 20 2010

Chatprotokoll zum Thema Depression

Bei der Suche nach einer deutschen Pressemitteilung zum vorigen Eintrag bin ich auf ein Protokoll einer Onlinefragestunde vom 15. Juli mit dem Ärztlichen Direktor der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg, Prof. Dr. Mathias Berger, gestoßen.

Das Protokoll ist in der ursprünglichen Form belassen, d.h. es wurde nicht transkribiert und ist deshalb nur mühsam nachzuvollziehen, da Fragen und Antworten chatüblich nicht direkt beieinander stehen. Das ist auch der Grund, weshalb ich es selbst noch nicht vollständig gelesen habe. Ich konnte aber schon sehen, dass sich sich zahlreiche häufig gestellte Fragen mit kurzen Antworten dazu finden und auch einige seltener zur Sprache kommende Stichworte.


Apr 28 2010

Gestern, Heute, Morgen

Gestern war mein erster Psychotherapietermin unter der neuen Voraussetzung, dass sie so auch fortgesetzt wird. Mein Start in den Tag hatte unter dem Eindruck der nur noch vage bewusst erinnerten Alpträume der Vornacht gelitten, und von dort aus kamen wir zwangsläufig auf meine Schulzeit zu sprechen, meine familiären Probleme (deren Kern ich hier demnächst irgendwie erläutern will, muss, sollte… den ich hier irgendwie loswerden will, irgendwie – irgendwann). Das Problem für mich war, dass ich all dies schon in meiner vorigen Therapie erzählt hatte, und auch dieselben Reaktionen der Therapeutin bekam. Alles erschien mir wie ein Déjà Vu, und es fiel mir schwer, nach ehrlichen Worten zu suchen. Als ich ging, noch vor den Kopf gestoßen vom überraschenden Terminende, war ich verärgert, weiss aber nicht, ob es vielleicht eine Abwehrreaktion war darauf, dass ich meine Schutzmauern einmal mehr aufreißen sollte, oder, wie ich mir einbildete, dass ich dies ja schon alles hinter mir habe – was solle also Neues daraus entstehen? Ich habe tatsächlich Angst, dass diese Therapieform wirklich zu nah an dem ist, was ich bereits über zweieinhalb Jahre erfahren habe, dass mich diese Erfahrung nicht weiterbringen wird…

Heute erschien mir die Welt wieder in einem anderen Licht. Vielleicht, weil mich nicht schon in der Nacht die Vergangenheit eingeholt hatte. Es blieb jedenfalls so, weil es mir gelang, den Tag im Jetzt zu verbringen: Es gab Dinge zu tun, Termine einzuhalten, aber auch einfach den Sonnenschein zu genießen, spazierenzugehen. Ich hatte sozusagen den ganzen Tag über meine kleinen Zen-Momente. Ein guter Tag, den ich mit einem völlig überflüssigen Spaziergang von 45 Minuten durch den Stadtpark um 21 Uhr abgerundet habe.

Morgen ist ein neuer Tag. Zukunft, die mir Angst macht. Denke ich an Morgen, denke ich an Arbeit, an Geld, Erfolg, Rente, Familie, Ziele, nicht erreichte Ziele, Einsamkeit, Arbeitslosigkeit, Altenheim. An Morgen zu denken geht zur Zeit nicht, es schadet mir. Irgendwann ist es nicht mehr vermeidbar, aber zur Zeit muss ich auf mich aufpassen. Ich denke wieder an Morgen, wenn es soweit ist.


Apr 24 2010

Psychotherapie an einer Klinikambulanz

Als ich vorgestern meinen Termin bei meiner Hausärztin wahrnahm und ihr von den letzten Ereignissen berichtete, stand bereits schon fest, dass ich das überraschende Angebot, eine regelmäßige Therapie an einer Institutsambulanz zu beginnen, natürlich annehmen würde.

Vielen Dank für Eure Kommentare, auch diejenigen offline, die mich in der Entscheidung bekräftigt haben.

Ich dachte, für diejenigen, die es vielleicht wegen eigener Probleme einmal hierher verschlägt, sollte ich doch nochmal klarstellen, was die Therapie an einer zumindest dieser Institutsambulanz zu einer bei einem niedergelassenen Therapeuten unterscheidet. (Alle Angaben natürlich – wie im Prinzip auf diesen Seiten immer – ohne Gewähr, ich gebe es so wieder, wie ich es verstanden habe; im Ernstfall klärt wichtige Fragen bitte immer mit dem Fachpersonal!)

Weiterlesen


Apr 13 2010

Anstrengungen

Es gelingt mir nicht, meine Gedanken zuende zu führen. Ich versuche sie durch den Schreibprozess in Ordnung zu bringen, aber es gelingt mir nicht, die Brüche zu kitten, die losen Enden auf irgendeinene Weise zu verknüpfen. Ich verliere auch immer wieder den sprichwörtlichen roten Faden. (Und schon möchte ich mich wieder bei Wikipedia verlieren…)

Nun, ich will aber auch nicht aufgeben, ich weigere mich, der Unvollständigkeit der Gedanken nachzugeben. Wenn ich nicht wenigstens ein paar Worte hier verlieren kann…

Weiterlesen