Hier wieder die sonntägliche Liste der Artikel, die ich vergangene Woche lesenswert fand:
Depression: Leben Grau in Grau berichtet kurz von einer Studie, deren Ergebnis das Manchester Color Wheel (zu sehen bei MSNBC) hervorgebracht hat: “The Color Wheel could be used to assess health status, mood or even treatment outcome in a variety of clinical situations. It may also have utility in circumstances where verbal communication may not be optimal, such as with children.”
Die TK fordert Qualitätssicherung für Psychotherapie: “Eine Auswertung sämtlicher Behandlungen der an Depression erkrankten TK-Versicherten hatte gravierende regionale Unterschiede aufgedeckt. [...] Auch der Umfang der Therapie sei weniger vom individuellen Bedarf der Patienten als vielmehr von der maximal von der Krankenkasse finanzierten Therapiestundenzahl abhängig.”
Oder doch eher der Konsens bei der Depressionstherapie, der Ende letzten Jahres beschlossen wurde und nochmal von der Ärztezeitung zusammengefasst wird?
In den USA ist ein weiteres Buch erschienen, dass sich kritisch mit dem derzeitigen Umgang mit der Krankheit Depression auseinandersetzt: Manufacturing Depression: The Secret History of a Modern Disease von Gary Greenberg. Bisher weiss ich nichts weiter darüber, außer was ein mir sonst (noch) unbekanntes Blog darüber schrieb und man bei einem gewissen weltweit arbeitenden Buchversand dazu finden kann (u.a. einen Auszug aus dem ersten Kapitel).
Willkommen zur dieswöchigen Spätausgabe der Worte zum Sonntag. Hier also mein frühabendlicher Versuch, das Lesens- oder Wissenswerteste der letzten Woche zusammenzustellen:
Die vorige Nachricht bekommt eine weitere Dimension angesichts des folgenden Ergebnisses einer Studie des Münchener Max-Planck-Instituts für Psychiatrie: “Umwelteinflüsse wie starker Stress während der Geburt und traumatische Erlebnisse in frühester Kindheit können das Erbgut nachhaltig verändern. Damit gerät ein Dogma der Biologie ins Wanken, dass nur Mutationen das Erbgut formen können.” – Wenn der Schreck ins Erbgut fährt.
Zum Wochenabschluss dann noch ein Video – via BoingBoing erreichte mich der folgende kurze Vortrag, der mir in Erinnerung rief, was auch ich so alles beim Spielen von Rollenspielen über das Leben gelernt habe (oder hätte lernen können):
DER WESTEN (die Online-Ausstülpung der WAZ Zeitungen) meint, man könne Mit Vitamin B fit im Kopf bleiben. (Ich nehme übrigens seit Jahresanfang eine B-Komplex-Kapsel pro Tag als Nahrungsergänzung, mal sehen, ob es hilft.)
Über den reinen Irrsinn – d.h. die ideologische Politik hinter Krankheitsdefinitionen – am Beispiel Toronto: You will become mentally ill in 2013
Eine interessante Meinung: “Undertreatment of depression is not the real story; the real story is the recalcitrance [dt.: Widerspenstigkeit] of depression, even to state-of-the-art treatments. That’s the hard truth we should be telling the public.”
Quod erat demonstrandum: Die Presse machte sich diese Woche wie erwartet über Enkes Schicksal und das Thema Depression her. Die heutigen Worte zum Sonntag sind daher eine Zusammenstellung der Artikel, die weniger das private Einzelschicksal Robert Enkes sondern die Krankheit in den Vordergrund zu stellen versuchten:
stern.de: Interview mit Ulrich Hegerl, u.a. Direktor der Klinik für Psychiatrie der Universität Leipzig und Vorstandvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Abschließen will ich diese ansonsten (fast) unkommentierte Presseschau mit einem Zitat aus dem sehr bedenkenswerten Telepolis Blogbeitrag “Heldenverehrung” von Rolf Maresch: “Leute, [...] haltet doch mal inne. Das war nur ein Fußballtorwart [...]“