Mai 10 2010

Schreiben, Reden

Edit (11.5.): Ich versuche es nochmal. Die Originalfassung des Eintrags weiter unten.

Es ging geht mir nicht gut, die Nachwirkungen der Therapiesitzung letzte Woche. Die letzten Tage habe ich mich zuhause eingeigelt, irgendwo am Rand einer schwereren Depression.

Der Rest war Schweigen.

Doch es brauchte ein…

Es ist schon wieder 2:10 Uhr morgens und meine Gedanken laufen wieder und wieder gegen dieselbe Wand. Irgendetwas will gesagt werden… Ich könnte kotzen, diese Sprachlosigkeit schnürt mir die Brust zu.

Wenn ich nur ehrlich zu mir und meinem Gegenüber bin…

Ab und zu gelingt es mir für einen Moment, ein Stück echten Gefühls zu bergen… Vorhin, beim Schreiben einer Email. Im Dialog, ganz alleine gelingt es mir nicht. Wenigstens eine leere (Monitor-)Seite muss mir zuhören. Mir selbst mache ich mache nur zu gerne etwas vor. Wenn ich nur meinem Gegenüber und mir genug Aufmerksamkeit schenke…

Deshalb hatte ich doch angefangen, hier zu bloggen. Und dazu allein dienen die unzähligen Gespräche in der Therapie. Und doch vergesse ich immer wieder, das Gespräch aufrecht zu erhalten, nach Worten zu ringen, auch wenn es mir schwer fällt.

Und deshalb glaube ich, werde ich doch eine psychoanalytische Therapie suchen. Ich brauche die Intensität, das unvermeidbare Gespräch. Auch wenn mir die Worte zunächst im Halse stecken bleiben.

Und doch wollte ich anderes sagen, als ich angefangen habe zu schreiben… Ein andernmal.

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Jan 27 2010

Hadern

Hadern. Schönes Wort. Zaudern gegenüber hat es den Vorzug, dass es mit etwas anderem zusammenhängt. Sagt man, man zaudere, etwas zu tun, ist nichts über den Grund des Zauderns gesagt. Sagt man vielmehr, man hadere mit etwas, ist das Etwas immer auch gleich als Teil des Problems benannt. Man hadert mit etwas, wie man auch mit etwas ringen kann: Beim Ringen jedoch wehrt sich das Gegenüber, das Hadern geschieht in einem selbst.

Ich hätte also gerne geschrieben:

Ich also hadere – mit dem Schreiben hier.

Es ist nicht, dass es nichts zu erzählen gegeben hätte. Im Gegenteil.

Über einen alten Freund, den ich über ein Jahr nicht gesehen hatte, der mein Leben über mein Blog weiterverfolgt hat, und mich ermutigt hat, weiterzumachen. Einen Tag der Schwäche, in dem mich Unsicherheit für einen Moment fast wieder an den Rand depressiven Treibsands getrieben hätte. Von dem mich ein anderer Freund mit einer einfachen Geste wieder weggeführt hat. Und von den letzten Tagen, den Bemühungen, mich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Ich muss aber sagen: Ich habe schlicht gezaudert, es aufzuschreiben. Gehadert habe ich nicht mit dem Schreiben, sondern – mit mir.

Und tue es noch.


Dez 26 2009

Kurz und gut

Meine weihnachtlichen Höhen und -Tiefen bisher wirken vielleicht besorgniserregend. Keine Sorge: Es geht mir gut. Zumindest im Sinne von: Es droht keine Depression. Solange ich mir meine (positiven und negativen) Gefühle soweit bewusst machen kann, dass ich darüber schreiben kann, ist alles in Ordnung.

Wenn ich anfange zu schweigen – dann ist Gefahr im Verzug.