Allerdings hat MetaFilter dafür einen sehr schönen Link, den ich noch nicht kannte, nämlich den zu einem Artikel darüber, wie Depression an Labormäusen erforscht wird.
Er ist Teil 3 einer ganzen Reihe an Texten derselben Autorin – laut Selbstauskunft mit einem “PhD in Physiology from a southern institution. She is a nerd, a geek, and also a dork.” (sympatisch :) – über den Forschungsstand zu Depression:
Und während sich die einen also fragten, wie man Mäuse unglücklich depressiv macht, fragten sich andere, wie man erforscht, was Menschen eigentlich glücklich macht. Und, wer hätte es gedacht: Auch dafür gibt es eine “App”!
Willkommen zur dieswöchigen Spätausgabe der Worte zum Sonntag. Hier also mein frühabendlicher Versuch, das Lesens- oder Wissenswerteste der letzten Woche zusammenzustellen:
Die vorige Nachricht bekommt eine weitere Dimension angesichts des folgenden Ergebnisses einer Studie des Münchener Max-Planck-Instituts für Psychiatrie: “Umwelteinflüsse wie starker Stress während der Geburt und traumatische Erlebnisse in frühester Kindheit können das Erbgut nachhaltig verändern. Damit gerät ein Dogma der Biologie ins Wanken, dass nur Mutationen das Erbgut formen können.” – Wenn der Schreck ins Erbgut fährt.
Zum Wochenabschluss dann noch ein Video – via BoingBoing erreichte mich der folgende kurze Vortrag, der mir in Erinnerung rief, was auch ich so alles beim Spielen von Rollenspielen über das Leben gelernt habe (oder hätte lernen können):
Auch im neuen Jahrzehnt versuche ich weiter, einmal die Woche Bemerkenswertes zu den Themen Depression, Psychologie/Psychiatrie und Medizin zu verlinken:
“Trotz aller Fortschritte im Bereich der Neurowissenschaften wurde in den letzten 40 Jahren kein einziger neuer Wirkstoff gegen Schizophrenie und in den letzten 20 Jahren kein einziger neuer Wirkstoff gegen Depression entwickelt.” – einer der interessanten Fakten, die beim Stellen der Zehn neurowissenschaftlichen Fragen für 2010 mit abfallen.
“Please, tell me there’s hope.” – Der Artikel des CNN Mental Health Experts, der diese Hoffnung bringen soll, scheitert allerdings mit seinem Geeiere zwischen vermeintlich wissenschaftlichen Fakten und allgemeinem Denke positiv-Ratschlägen geradezu mustergültig, wie ich finde. So wie übrigens die meisten Psychiater, denen ich bisher begegnet bin. Es gibt einfach Fragen, die kann man nicht wissenschaftlich korrekt beantworten.
Diese Nachricht hätte mehr Aufmerksamkeit verdient: Glaxo zieht Depressions-Broschüre aus dem Verkehr. Denn eigentlicher Hintergrund für diese kleine Nachricht ist der Stand der Wissenschaft um die Bedeutung des Serotoninmangels für die Entstehung bzw. Behandlung von Depressionen.
Und noch jemand bricht das Schweigen: Der Titel des Artikels Enke und ich redeten beide am Thema vorbei verbirgt, dass der Autor hier durch das Nachdenken über sein letztes Interview mit Robert Enke den Mut gefunden hat, über seine bisher versteckt gehaltene Krankheit zu schreiben: Parkinson.
Ich wurde auf den Artikel Ich Versager aufmerksam gemacht. Heute geht es mir gut, aber dieser kurze Text beschreibt treffend, wie ich mich fühle, wenn es nicht so ist.
Eine Suche, was die ZEIT ONLINE sonst noch so alles über Depressionen zu wissen glaubt, hat mich zu den folgenden vier Artikeln geführt, die ich hier einmal einfach (von mir ungelesen und unbewertet) nennen will:
Gefährliche Helfer über Antidepressiva (aus 2008), in der sich dieser Satz findet, den ich in seiner Eindeutigkeit so noch nirgends gelesen habe:
Auf der deutschen Internetseite des Pharmaherstellers Pfizer steht nach wie vor: »Bei einer Depression besteht ein Mangel an Sero-tonin.« Doch dies konnte bis heute keine Studie nachweisen. [...] Viele Forscher vermuten inzwischen, dass Serotonin nur indirekt mit der Depression zu tun hat.