Aug 10 2009

Im Halbschlaf in Hamburg

Typisch, dass ich erst über Internet-Suchmaschinen grüble, bevor ich über mich nachdenke – na ja, ich arbeite daran.

Nachdem ich gestern und vermutlich auch vorgestern vergessen hatte, mein neues Medikament einzunehmen (nachdem ich das alte ja bereits ausgeschlichen habe), hatte ich die wirrsten und klarsten Träume in der im Halbschlaf durchwachten vergangenen Nacht. Ich träumte, ich träume, wurde mir dessen bewusst und wollte aufwachen, um in einem Traum aufzuwachen, in dem ich geträumt hatte, dass ich träumen würde. Man merke also: Um bunte Farben zu sehen und wirre Visionen zu haben, kann es auch helfen, Drogen abzusetzen, statt sie einzuwerfen.

Ich sollte damit eigentlich nicht scherzen. Oder damit bzw. hiermit: Nach den Daten des Statistischen Bundesamts gab es 2006 fast doppelt so viele Todesfälle durch Vorsätzliche Selbstbeschädigung als durch Transportmittelunfälle.

Glücklicherweise geht es mir besser – trotz oder wegen abgesetzter oder vergessener Medikamente sei mal dahingestellt. Ich denke nur im politischen Interesse über dieses ernste Thema nach. Vielleicht, damit ich in meinen Anstrengungen nicht nachlasse. Damit ich aufwache aus dem Halbschlaf.


Aug 6 2009

Antidepressiva für gegen Alles

Während sich die Rate der Verschreibung bzw. Nutzung von Antidepressiva in den USA in den letzten knapp zehn Jahren verdoppelt hat, blieb die Zahl der wegen Depression Behandelter konstant, so eine neue Studie. Das bedeutet, wie Telepolis treffend zusammenfasst:

der Rest nimmt Antidepressiva wegen Rückenschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und anderen Problemen. Der gestiegene Konsum muss also nicht bedeuten, dass mehr Menschen depressiv sind – die Zahl bleibt annähernd gleich -, sondern dass die Medikamente zur Bewältigung oder Erleichterung des Alltagslebens, eventuell auch als Enhancer verwendet werden.

Dies sollte eine Warnung für Europa für den Umgang mit diesen Medikamenten sein, denn man kann sich sicher sein, dass die Pharmaunternehmen diesen Trend auch auf dieser Seite des Großen Teichs gerne fortsetzen würden. Wohl bekomm’s.


Jul 17 2009

Wie passend!

Aktuelle Top-200 Liste der meistverkauften Medikamente in US$


Jul 11 2009

Kein Nachweis für genetische Grundlagen von Depressionserkrankungen

Telepolis berichtet heute von einer neuen Metaanalyse, deren Ergebnis ist, dass es für die bisher angenommene genetische Veranlagung für die Erkrankung an Depressionen keinen statistischen Nachweis gibt.

Im Vorbeigehen werden noch einige weitere interessante Fakten zum Stand der Forschung, z.B. zur Bedeutung von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, erwähnt.

Unbedingt lesenwert!