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	<title>nullwert &#187; Stromtherapie</title>
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	<description>Leben und Erleben mit Depression</description>
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		<title>Worte zum Sonntag (#15)</title>
		<link>http://nullwert.de/2010/02/07/worte-zum-sonntag-15/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 11:51:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antidepressiva]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie/Psychiatrie/Neurologie]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrokrampftherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Frage der Woche lautete: Macht Internet depressiv? So nämlich kolportierte die Zeitschrift Men&#8217;s Health eine in der Fachzeitschrift Psychopathology veröffentlichte Studie der University of Leeds. Mit der Veröffentlichung ging eine Pressenachricht einher, die &#8211; pardon, wenn ich übertreiben sollte, aber mich regt sowas auf&#8230; &#8211; einer Universität unwürdig ist: Excessive internet use is linked [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage der Woche lautete: <em><a href="http://www.menshealth.de/tech/computer-internet/macht-internet-depressiv.147436.htm" title="MensHealth.de">Macht Internet depressiv?</a></em></p>
<p>So nämlich kolportierte die Zeitschrift <em>Men&#8217;s Health</em> <a href="http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=ShowPDF&amp;ArtikelNr=277001&amp;Ausgabe=253793&amp;ProduktNr=224276&amp;filename=277001.pdf">eine in der Fachzeitschrift <em>Psychopathology</em> veröffentlichte Studie</a> der <em>University of Leeds</em>. Mit der Veröffentlichung ging eine Pressenachricht einher, die &#8211; pardon, wenn ich übertreiben sollte, aber mich regt sowas auf&#8230; &#8211; einer Universität unwürdig ist: <em><a href="http://www.leeds.ac.uk/news/article/707/excessive_internet_use_is_linked_to_depression">Excessive internet use is linked to depression</a></em> heisst es schon im Titel falsch, denn das <em>is</em> täuscht ein Fakt vor, dass die Studie gar nicht liefert. Was aber so schlimm ist: Im weiteren Text wird exzessive Internetnutzung mit Suizidalität in Verbindung gebracht &#8211; worum es in der Studie offenbar ebenfalls nicht ging. Der ganze Artikel macht die Untersuchung bedeutender, als sie ist. Das sollte er wohl auch, und mit Erfolg, wie es scheint: Ich fand die Pressenachricht (sicherlich auch dank der Presseagentur <a href="http://www.reuters.com/article/idUSTRE61200A20100203?type=technologyNews">Reuters</a>) in zahlreichen Artikeln aus der ganzen Welt wieder.</p>
<p>Wie man am Übelsten auf diesen Hype aufspringen kann, zeigt der <em>Focus</em>: <em><a href="http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/sucht/psychologie-internet-junkies-haben-haeufig-depressionen_aid_476691.html" title="Focus Online">Internet-Junkies haben häufig Depressionen</a></em>. Aber selbst das <em>Ärzteblatt</em> titelt voreilig: <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/39945/Internet-Suechtige_haeufig_depressiv.htm" title="aerzteblatt.de">Internet-Süchtige häufig depressiv</a> (schränkt diese Behauptung aber im Text wieder ein).</p>
<p>Wie man verantwortungsvoll(er), nämlich kritischer, mit solchen Nachrichten umgeht, zeigt schön der britische <em>Guardian</em>, vom fachlich korrekten Titel bis hin zur Aufbereitung des Inhalts für die nicht-fachkundigen Leser: <em><a href="http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/besttreatments/2010/feb/03/internet-overuse-linked-to-depression-but-questions-remain" title="guardian.co.uk"><br />
Internet overuse linked to depression, but questions remain<br />
</a></em>.</p>
<p>Der <em>Guardian</em> erwähnt auch den Knackpunkt: &#8220;&#8216;internet addiction&#8217; is not a medically defined term.&#8221; Es geht um die äußerst umstrittene Frage, ob es das Krankheitsbild <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internetabh%C3%A4ngigkeit" title="Wikipedia (deutsch)">Internetabhängigkeit</a> (<em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Internet_addiction_disorder" title="Wikipedia (Englisch)">Internet Addiction Disorder (IAD)</a></em>) überhaupt gibt.</p>
<p>Spannend deshalb, dass <em>Telepolis</em> unter dem (schön neutralen) Titel <em><a href="http://www.heise.de/tp/blogs/6/147028" title="Telepolis">Exzessive Internetnutzung und Depression</a></em> aus den Zahlen fast den allen anderen Berichten zuwiderlaufenden Schluss zieht: &#8220;Die Zahl der Menschen, die Anzeichen von Internetsucht zeigt, scheint [...] doch nicht so hoch zu sein, wie von manchen beschworen wird.&#8221;</p>
<p>Das findet auch <em>Golem.de</em>, das die Nachricht und ihren inhaltlichen Gehalt meiner bescheidenen Meinung nach am Treffendsten zusammengefasst hat: <em><a href="http://www.golem.de/1002/72863.html" title="Golem.de">Depressive surfen auch im Web</a></em>.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: <em>Psychology Today</em>, U.S.-Website zu psychologischen Themen, nimmt sich in dem Artikel <em><a href="http://www.psychologytoday.com/blog/over-simulated/201002/media-hype-overstates-link-between-depression-and-the-internet"><br />
Media hype overstates link between depression and the Internet</a></em> heute des Themas auch nochmal kritisch an. (Und wer meint, die noch altmodisch mit Papier arbeitende Presse sei besser, wird dort in einem anderen Artikel auch gleich eines Besseren(?) belehrt: <em><a href="http://www.psychologytoday.com/blog/the-scientific-fundamentalist/201001/british-newspapers-make-things">British Newspapers Make Things Up</a></em>&#8230;)</p>
<hr />
<p>So, und jetzt noch anderes, was mir diese Woche im Internet(!) begegnet ist:</p>
<ul>
<li>
<p>GlaxoSmithKline stellt die Forschung an Medikamenten zur Behandlung von Depression ein, berichtet unter anderem <a href="http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/wirtschaft/news/2010/02/05/glaxosmithkline-will-forschung-einschraenken.html">das Internetportal der Deutschen Apotherker Zeitung</a> (siehe auch <a href="http://www.reuters.com/article/idUSLDE6121B920100204?type=marketsNews">Reuters</a>).</p>
</li>
<li>
<p>Wer es mir bisher nicht glauben wollte, glaubt vielleicht der WAZ Mediengruppe: <em><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/Depressive-muessen-monatelang-auf-Behandlung-warten-id2490831.html">Depressive müssen monatelang auf Behandlung warten</a></em>.</p>
</li>
<li>
<p><a href="http://www.zeit.de/wissen/2010-02/depression-therapie-stromreize">Ein Artikel der <em>Zeit Online</em> zum Thema Stromtherapie bei Depressionen</a> machte mich noch auf einen deutschen Dokumentarfilm aufmerksam: <em><a href="http://www.schattenzeit-derfilm.de/">Schattenzeit</a></em> begleitet drei an schwereren Depressionen Leidende über zwei Jahre hinweg filmisch. <a href="http://rhein-zeitung.de/on/10/02/01/magazin/kino/t/rzo667765.html">Offenbar</a> wird noch ein Verleih für den Film gesucht.</p>
</li>
<li>
<p>Ein englischsprachiger Ratgeber für Eltern, der in drei kurzen Teilen anspricht, wie man Depression bei Kindern erkennen kann und ihnen gegenüber zur Sprache bringt, bis hin zur Behandlung: <em>Kids and Depression: Parents’ Call To Action</em> &#8211; <a href="http://psychcentral.com/blog/archives/2010/02/01/kids-and-depression-parents-call-to-action-part-1/">Part 1</a>, <a href="http://psychcentral.com/blog/archives/2010/02/02/kids-and-depression-parents-call-to-action-part-2/">Part 2</a>, <a href="http://psychcentral.com/blog/archives/2010/02/03/kids-and-depression-parents-call-to-action-part-3/">Part 3</a>.</p>
</li>
</ul>
<p>Schönen Sonntag und eine gute Woche! (Aber nicht so viel im Internet surfen! Man kann ja nie wissen&#8230; ;-)</p>
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