Apr
18
2010
Ohne lange Vorrede, die meiner Meinung nach bemerkenswerten Nachrichten der vergangenen Woche in umgekehrter chronologischer Reihenfolge (älteste zuletzt):
Und zwei bedenkenswerte Gedichte, über die ich diese Woche gestolpert bin – hier nur jeweils die letzten Zeilen:
…
and always serve bread with your wine.
But, son,
Always serve wine.
Advice to my Son by J. Peter Meinke
…
Those “oh-it’s-simply-nothing” things
That make life worth the fight.
The Elf-Errant by Moira O’Neill
Schönen Sonntag.
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Aug
10
2009
Typisch, dass ich erst über Internet-Suchmaschinen grüble, bevor ich über mich nachdenke – na ja, ich arbeite daran.
Nachdem ich gestern und vermutlich auch vorgestern vergessen hatte, mein neues Medikament einzunehmen (nachdem ich das alte ja bereits ausgeschlichen habe), hatte ich die wirrsten und klarsten Träume in der im Halbschlaf durchwachten vergangenen Nacht. Ich träumte, ich träume, wurde mir dessen bewusst und wollte aufwachen, um in einem Traum aufzuwachen, in dem ich geträumt hatte, dass ich träumen würde. Man merke also: Um bunte Farben zu sehen und wirre Visionen zu haben, kann es auch helfen, Drogen abzusetzen, statt sie einzuwerfen.
Ich sollte damit eigentlich nicht scherzen. Oder damit bzw. hiermit: Nach den Daten des Statistischen Bundesamts gab es 2006 fast doppelt so viele Todesfälle durch Vorsätzliche Selbstbeschädigung als durch Transportmittelunfälle.
Glücklicherweise geht es mir besser – trotz oder wegen abgesetzter oder vergessener Medikamente sei mal dahingestellt. Ich denke nur im politischen Interesse über dieses ernste Thema nach. Vielleicht, damit ich in meinen Anstrengungen nicht nachlasse. Damit ich aufwache aus dem Halbschlaf.
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Jun
23
2009
Ertappe mich heute als Erstes bei dem Versuch, mir meine Situation mal wieder nur durch rosa Glas zu betrachten. Erster Satz, der mir in den Kopf schießt ist der gemeinste, den mir ein anderer an den Kopf hätte werfen können: “Reiß Dich zusammen, dann wird das schon wieder!”
Erinnere mich, dass Zusammenreißen nicht funktioniert. Weil ich mich ja die ganze Zeit zusammenreiße, schon solange, dass für Veränderung keine Kraft mehr bleibt. Bleib wachsam, sage ich mir. Erinnere Dich daran, worum es hier geht:
- “Die Sterblichkeitsrate durch Selbsttötung bei einer unbehandelten schweren Depression beträgt etwa 10 bis 15 Prozent!” (G. Niklewskji, R. Riecke-Niklewski: Depressionen überwinden, 4. Auflage, Stiftung Warentest, Berlin 2008, S. 12)
- “Suizid gehört zu den 10 häufigsten Todesarten in Europa und den USA: ca. 11000-12000 Suizidtote pro Jahr in der BRD. [...] Das Verhältnis Suizid:Suizidversuch ist ca. 1:10-20 (evtl. mehr, hohe Dunkelziffer).” (Arolt, Reimer, Dilling: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, 6. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007, S. 352)
- siehe auch WolframAlpha
- Depressive haben laut Studie ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall
- “Dysthymia und Zyklothymia verlaufen chronisch-persistierend [...], können lebenslang bestehen bleiben.” (Arolt, Reimer, Dilling: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, 6. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007, S. 142)
Nicht vergessen: Es geht um Dein Leben!
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